Helmut Schmidt. Die Biographie | 
vergrössern | Autor: Hans-joachim Noack Urheber: Hans-joachim Noack Verleger: Rowohlt Berlin Verlag GmbH
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Bewertung: 3 Rezensionen Verkaufsrang: 502
Medium: Gebundene Ausgabe Seiten: 320 Versandgewicht: 1.2 Maße (innen): 8.6 x 5.8 x 1.1
ISBN: 3871345660 EAN: 9783871345661 ASIN: 3871345660
Publikation: September 1, 2008 Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
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| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Zunaechst wundert man sich - gelinde gesagt. Helmut Schmidts Leben, abgehandelt auf mageren 300 Seiten, waehrend sein schwergewichtiger Nachfolger aus der Pfalz bereits am vierten Erinnerungsband werkelt? Wie geht so etwas? Nun ja, auch hier zeigt sich eben der gewaltige Unterschied. Dort die ausufernde Selbstbetrachtung- und beweihraeucherung, das Festklammern an jedem noch so bedeutungslosen Fitzelchen im politischen Wirken. Hier hingegen ein gestandener Journalist und Schmidt-Vertrauter wie Hans-Joachim Noack, der - in dieser Hinsicht dem Altkanzler nicht unaehnlich - auf schmueckendes Beiwerk verzichtet und die Eckpfeiler eines politischen Lebens einrammt. Ohne dabei unscharf zu werden. Eine Verknappung, die an Groesse gewinnen laesst. Klar, ein Fast-Jahrhundert an Lebenszeit derart einzudampfen, fordert Abstriche. Allein die Ereignisse des Deutschen Herbstes 1977 und das Dramenfeld Mogadischu - Schleyer - Stammheim. Ueber diesen Strudel, der den damaligen Kanzler fast an den Rand des moralischen und politischen Kollapses brachte, haette man gerne mehr gelesen. Zu diesem Zeitpunkt hat Noack bereits eine betraechtliche Wegstrecke hinter sich gebracht. Die Jugend und Soldatenzeit des 1918 Geborenen. Der preussisch zugeknoepfte Vater. Mitschuelerin Lokis unterprivilegiertes Elternhaus, das erste Gerechtigkeitsfragen in Schmidt aufkeimen laesst. Hamburg im Zeitkolorit der Weimarer Republik, ein Bild, das Noack meisterlich skizziert. Schliesslich der Zweite Weltkrieg und die fruehe Erkenntnis einer unschlagbaren Weltkoalition, die sich dem Machtrausch der Nazis in den Weg stellen wuerde. Gedanken eines (noch) Unpolitischen. Erste Weihen dann, als ein Hamburger Innensenator sich waehrend der grossen Sturmflut 1962 zum Krisenmanager emporschwang. Fortan geniesst der Allerweltsname Schmidt bundesweit Gueltigkeit. Die Troika Wehner-Brandt-Schmidt. Der Ruecktritt Brandts, Lichtgestalt der Ostpolitik und (deswegen?) ewiger Dorn im Auge Schmidts, der sich im eigenen Lande stets unterbewertet fuehlte. Die moralisch kaum fassbare Entscheidung des Kanzlers Schmidt, Schleyer zu opfern. Der NATO-Doppelbeschluss, der ihn in den eigenen Reihen am Ende fast zur Unperson werden liess. Noack liefert das Portraet eines Workaholics, der in seiner aktiven Laufbahn als arroganter Besserwisser verschrieen war. Doch trotz besten Willens und Kenntnisreichtums will es auch ihm nicht gelingen, zum innersten Kern dieses notorisch Verschlossenen vorzudringen. Eines Menschen, Politikers und gesegneten Rauchers namens Schmidt, den Partei und Volk erst relativ spaet verstehen und lieben lernten - und die ihn heute schmerzlich vermissen. -Ravi Unger
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| Kundenrezensionen:
Nichts Neues ueber Schmidt Oktober 8, 2008 Gregor Brand (Bargstedt, Germany) 6 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
Der von der Amazon-Redaktion beschriebene erste Eindruck ist der richtige: ein mageres Buch. Fuer den politisch Interessierten, der sich mit der Geschichte der Bundesrepublik recht gut auskennt, bietet die Biographie nichts Neues. Er wird das Buch als eine Zusammenfassung dessen ansehen, was oft schon in den Medien ueber Helmut Schmidt zu erfahren war. Was man sich dagegen eigentlich von einer Biographie erhofft - den Blick hinter die Kulissen und unter die Oberflaeche - liefert Noack nicht. Insofern muss man das Buch, das sich allzu grosstuerisch "Die Biographie" nennt, leider als oberflaechlich bezeichnen. Nuetzlich ist das Werk dagegen fuer die mit der deutschen Nachkriegspolitik wenig vertrauten Leser. Wer von Helmut Schmidt noch nicht viel gehoert hat, findet hier eine gute Einfuehrung in sein Leben. Allerdings sollte er dieser Schmidt-Biographie dann bald Politiker-Biographien anderer Parteien folgen lassen, da Noack ueber Schmidt mit wenig kritischer Distanz schreibt.
War einem Unnahbarem zu nahe September 14, 2008 Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) 31 aus 54 fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Lektuere dieser Biografie weckte in mir das unangenehme Kindheitserlebnis, im schoen eingepackten Weihnachtsgeschenk ein neues Pyjama statt der gewuenschten Lokomotive fuer meine Modelleisenbahn vorzufinden. Sieht man von den letzten zwanzig Seiten ab, so hat man das Gefuehl, Hans-Joachim Noack praesentiere einfach nochmals die politischen Raenkespiele der Aera Schmidt. Die zur Garnitur servierten Fragen und kleinen Exkurse koennen nicht verhindern, dass man unruhig vor einem faden Neungaenger sitzt und sehnsuechtig auf die Nachspeise wartet. Doch die kommt viel zu spaet und ist schliesslich auch keine echte Ueberraschung. Sie erklaert allenfalls, warum es in der Kueche an kreativen Koechen mangelt. Mit den Worten von Siegfried Lenz gesprochen: "Je oefter sich einer an seiner Seite aufgehalten hat, desto schwerer faellt es ihm den Altkanzler zu charakterisieren." Das trifft auf den Autor dieser Biografie leider ebenso zu wie auf andere Weggefaehrten. An falsch verpackte Weihnachtsgeschenkte erinnerte mich diese Biografie, weil es unglaublich spannend waere, den Eigenheiten eines Charakters auf die Spur zu kommen, der fuer das Nachkriegsdeutschland nicht untypisch ist. Helmut Schmidt, dessen Heiligenschein mit jedem Jahrring noch waechst, wird inzwischen als der weise Deutsche schlechthin gehandelt. Und der geringste Zweifel an diesem Mythos wird als Gotteslaesterung verstanden. Er habe nie etwas aus dem Bauch heraus getan, behauptet Helmuth Schmidt selbst im neunzigsten Altersjahr noch. Daran darf und muss er glauben, um sein Selbstbild aufrecht zu erhalten. Doch mit der viel beschworenen Rationalitaet des Altkanzlers hat ein solcher Glaube im 21. Jahrhundert definitiv nichts zu tun. Weder er noch sein Chronist wuerde einen renommierten Neurowissenschaftler oder Psychiater finden, der ein solches Bild menschlichen Verhalten absegnet. Damit will ich nicht propagieren, eine Biografie muesse ein psychoanalytischer Schlussbericht sein. Behuete, aber sie muesste Geschichten erzaehlen, die dem Leser Einblicke in die Seele eines Menschen ermoeglichen. Ohne Anspruch darauf, solche Bilder muessten die Wahrheit wiedergeben. Aber weil Dargestellter und Darstellender am Mythos festhalten, menschliches Verhalten werde von der Vernunft gesteuert, wird diese Berichterstattung eines so bedeutenden Politikerlebens zwangslaeufig langweilig. Ausser man interessiere sich brennend dafuer, wer wann wo mit wem welche Klungelei ausheckte. Das Konzept dieser Biografie fuehrte automatisch dazu, dass ich kaum etwas darueber erfuhr, was den Altkanzler in seinen fruehen Jahren praegte. Und selbst ueber seine Zeit in der Wehrmacht weiss der Hans-Joachim Noack nur zu erzaehlen, was eifrige Zeitungsleser schon lange wissen. Der aussergewoehnlich starke Drang von Helmut Schmidt, seine Umwelt zu belehren, ist mehr als nur anekdotisches Beigemuese, sondern beeinflusste sein Leben ebenso wie seine Politik. Ohne die vielen Geschichtsklitterungen moralisch verurteilen zu wollen, haette mich interessiert, wo sie dienlich und wo schaedlich waren. Gehoeren solche Verhaltensmuster zum notwendigen Ruestzeug der Politik und der Nachkriegsgeneration? Sind sie allgemein menschlich und kommen im Rampenlicht der Politbuehne einfach besser zum Vorschein? Wieso sammelt Helmut Schmidt jedes nur erdenkliche Dokument seines politischen Lebens, gestattet Aussenstehenden aber nicht den fluechtigsten Blick auf sein hermetisch versiegeltes Archiv privater Ereignisse? Und warum erhebt ihn die Oeffentlichkeit in den letzten Jahren zur deutschen Lichtgestalt, obwohl er sie ueber so vieles im Dunkeln laesst? Kurz: Auf die Fragen, die mich interessiert haetten, gibt diese Biografie keine Antworten. Oder was man noch als Antworten verstehen koennte, wird in die gleiche politische Wolle eingepackt, die zur Politikverdrossenheit von heute beitraegt. Mein Fazit: Helmuth Schmidt hat zwar offiziell keine Autobiografie verfasst, gehoert aber zu den eifrigsten Schreibern der politischen Zunft. Haette Hans-Joachim Noack die Absicht gehabt, seinen Lesern den Menschen Helmut Schmidt etwas naeher bringen zu wollen, so waere ihm genuegend Material zur Verfuegung gestanden. Aber ausser im letzten Kapitel erfahren wir nur, was in den Archiven auch sonst zugaenglich waere. Fuer mich ist dieses Buch eine gut geschriebene Zusammenfassung von Zeitdokumenten, aber keine spannende Biografie.
einfuehlsam,menschelnd-kenntnisreich September 12, 2008 H. Dupont 5 aus 27 fanden die folgende Rezension hilfreich
eine warmherzige Sicht des kuehl und arrogant,sowie unnahbar wirkenden Hanseaten "Schmidt-Schnauze",einfuehlsam und verstaendnisvoll erzaehlt! Lesenswert!Helmut Schmidt. Die Biographie
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