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Praxisbuch: Was ist guter Unterricht? Struktur, Lernzeit, Klima

Praxisbuch: Was ist guter Unterricht? Struktur, Lernzeit, Klima

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Autor: Hilbert Meyer
Urheber: Hilbert Meyer
Verleger: Cornelsen Verlag Scriptor

Kaufen Neu: EUR 15,00



Neu (71) Gebraucht (3) ab EUR 14,49

Bewertung: 3.0 von 5 Sternen 7 Rezensionen
Verkaufsrang: 2020

Medium: Taschenbuch
Seiten: 192
Versandgewicht: 0.7
Maße (innen): 8.1 x 5.8 x 0.6

ISBN: 3589220473
EAN: 9783589220472
ASIN: 3589220473

Publikation: August 15, 2004
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
Zustand: Wurde vor einiger Zeit im Rahmen einer Fortbildung beschafft - kam aber nie zum Einsatz.

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Kundenrezensionen:   Gelesen 2 mehr Rezensionen...

4 von 5 Sternen Regt zum Nachdenken an   Mai 28, 2008
pl (Siegen)
6 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich

Lehrpersonen stehen heute besonders in der Pflicht, gegenueber Schuelern, Eltern, Politik und Gesellschaft Rechenschaft darueber ablegen zu koennen, was und wie ihr Unterricht dazu beitraegt, junge Menschen zu einem Leben in unserer Gesellschaft zu befaehigen und ihnen gleichzeitig dazu auch die noetigen tradierten Wissensvorraete der Gesellschaft zu vermitteln. In all diesen Anforderungen steckt die Grundforderung nach einem guten Unterricht. Doch was ist damit gemeint? Laesst sich das "gut" des Unterrichts auch qualitativ fuellen? Dieser Frage geht H. Meyer im vorliegenden Buch nach und entwickelt dabei eine Arbeitsdefinition eines "guten" Unterrichts. Diese laesst sich wie folgt zusammenfassen: Guter Unterricht laeuft im Rahmen einer demokratischen Unterrichtskultur ab, er hat einen Erziehungsauftrag, er stellt ein Arbeitsbuendnis zwischen Lehrer und Schuelern her, er vermittelt sinnstiftende Orientierung und leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Kompetenzentwicklung aller Schueler. Diese Arbeitsdefinition fuehrt Meyer zu zehn Merkmalen eines guten Unterrichts (z.B. klare Strukturrierung des Unterrichts, lernfoerderliches Klima, inhaltliche Klarheit, Methodenvielfalt, transparente Leistungserwartungen u.a.). Meyer geht dabei so vor, dass er in einem ersten Kapitel die noetigen Begriffe und Ziele klaert, im zweiten Kapitel widmet er sich dann den einzelnen Merkmalen des guten Unterrichts. Diese werden jeweils ausfuehrlich und immer unter den gleichen Gesichtspunkten analysiert (1. wie ist das Merkmal gemeint, 2. durch welche Indikatoren laesst sich das Merkmal anzeigen, 3. welche Forschungsergebnisse gibt bzgl. der Relevanz des Merkmals, 4. Ratschlaege zur Anwendung und Verbesserung des Unterrichts). Die beiden folgenden Kapitel widmen sich moeglichen Reflexionsuebungen fuer den eigenen Unterricht sowie der Analyse des empirischen Rahmens. Insgesamt ist das Buch sehr ansprechend gestaltet und didaktisch aufgearbeitet. Es dient v.a. der bewussten Reflexion des eigenen Unterrichts bzw. des Bewusstmachens er Frage, was will ich eigentlich mit meinem Unterricht leisten und woran kann ich festmachen, wie und ob mein Unterricht ist. Daher eignet es sich besonders fuer Lehrpersonen, aber ganz besonders auch fuer Lehramtsanwaerter im Studium und im Referendariat.


1 von 5 Sternen Des Meyers neue Kleider   Mai 25, 2007
Christian Herwig (Essen)
12 aus 12 fanden die folgende Rezension hilfreich

Dieses Buch ist fuer Herrn Meyer wirklich bemerkenswert, denn er ist ja bekannt als Autor theorie- und didaktiklastiger Buecher, der sich wie viele aus dem paedagogischen Establishment bisher herzlich wenig darum gekuemmert hat, ob ihre Alt-68er-Thesen in irgendeiner Form belegbar sind oder der wissenschaftlichen Pruefung standhalten. Mit "Kopf, Herz und Hand komm ich allein durchs ganze Land", so erschien mir bisher sein Credo.
Diese seit fast 30 Jahren versaeumten wissenschafltichen Belege versucht er nun im Eilzugtempo nachzureichen, denn PISA zwingt ja auch ihn, die Wirkungskette: "schlechte Schueler = schlecht ausgebildete Lehrer = schlechte Seminare = unwissenschaftlich arbeitende Didaktiker" irgendwie argumentativ zu entkraeften.
So dreht er sich also um 180 Grad und versucht uns nun, als Wende-Empiriker mit jeder Menge Abschreibarbeit bei (man hoere und staune) NICHT DEUTSCHEN Koryphaeen des amerikanischen und britischen Auslands alten Wein in neuen Schlaeuchen zu bieten.
Er nimmt sich Brophy's 12 Kriterien von 2000 vor und versucht sie uns als 10 deutsche Kriterien neu unterzujubeln. Dabei muss er an vielen Stellen eingestehen, dass seine Thesen der Vergangenheit der empirischen Pruefung nicht standhalten. Er muss eingestehen, dass die voellig lehrerzentrierte Unterrichtsmethode der "Direct Instruction" die besere ist, wenn es ums fachliche Lernen geht, obwohl er mit keinem Wort erklaert, wie "Direct Instruction" denn nun funktioniert. Hier verweise ich auf J.Grell in "Zwoelf Unterrichtsmethoden" der da genau diese Methode sehr genau mit soviel pointierter Kritik am paedagogischen Establishment erklaert, dass er in den aktuellen Quellenlisten des Herrn Meyer gar nicht mehr auftaucht.
Das Buch strotzt ansonsten nur so vor "Merkwuerdigkeiten".
1. Laut Herrn Meyer hat die Unterrichtsforschung in den "letzten Jahren" erhebliche Fortschritte gemacht. Doch die wesentlichen internationalen Studien zu seinen Kriterien (Kounin,Rutter,Slavin) fanden in den 70ern und 80ern statt und wurden die folgenden 14 bis 18 Jahre von unseren Gurus nahezu ignoriert oder totkritisiert, solange bis PISA sie zwang, Stellung zu ihrer unwissenschaftlichen Arbeitsweise zu nehmen.
2. Im ganzen Buch (von 2004) fand ich genau 2 Internet-Links, einer davon verweist auf Meyers eigene Webseite. Ich bin wirklich mal gespannt, wie man auf diese Weise international am Ball bleibt...
3. Ich kann mit Hernn Meyers drolligen Bildchen kaum etwas anfangen, da sie in ihrem Sponti-68er-Stil mehr verwirren als offenlegen. Auf seiner "Landkarte zur Methodik" finden sich zwar extrem viele Methoedchen aber das wirklich wichtige "Direct Instruction" fehlt voellig.
Insgesamt also traegt dieses Buch fuer mich als Praktiker nichts bei zur Unterrichtsverbesserung, lediglich der Canossa-Gang unserer Paedagogik-Vorturner hin zur OECD-Denke und zum Bekenntnis der eigenen Mittelmaessigkeit gibt Hoffnung auf Verbesserung der desolaten Situation deutscher Paedagogikwissenschaft.
Mein Fazit: Lassen Sie dieses Abschreibekunstwerk beiseite und wenden Sie sich den Originalen zu. Die Buecher von Kounin, Good/Brophy und auch Grell sind fuer Praktiker wesentlich informativer und stringenter. (Und die Feststellung, dass die Deutschen die Paedagogik weder erfunden noch in den letzten 30 Jahren weiter gebracht haben kann uns Praktikern auch nicht schaden)



1 von 5 Sternen Ein schlechtes Buch   Juni 16, 2006
Nostraticist (Berlin)
32 aus 63 fanden die folgende Rezension hilfreich

Ich fand das Buch sehr anstrengend. Gott sei Dank hat es nur 173 Seiten. Meyer setzt extrem viel voraus. Als Leser muesste man sich erst mit allgemeiner Didaktik und Fachdidaktik auseinander setzen, bevor man sein Buch liest. Das ist schon fast keine Fachsprache mehr, sondern Geheimsprache. Das verstehen nur Lehrer, die schon seit Jahren unterrichten. Studenten des ersten Semesters haben absolut keine Chance, dieses Buch auch nur ansatzweise zu verstehen. Hinzu kommt, dass seine vermeintlichen Hilfen fuer einen besseren Unterricht so abstrakt formuliert sind, dass man als Leser gar nicht weiss, wie man das alles anwenden soll. Dass ein Lehrer seine Schueler respektieren muss, wusste ich schon vorher. Alles in allem ein schlechtes Buch.


1 von 5 Sternen Der "Demontage" selbst zuvorgekommen   März 28, 2006
25 aus 76 fanden die folgende Rezension hilfreich

Der "Meister" ist seiner "Demontage" zurvorgekommen, indem er seine groesstenteils einer empirischen Ueberpfruefung nicht standhaltenden Tehsen, die er nichtsdestotrotz jahrzehntelang gebetsmuehlenartig wiederholt hat, selbst revidiert, bevor es ein anderer tut ;-)


5 von 5 Sternen Gute Basis fuer gutes Lernen   Juni 16, 2005
Detlef Ruesch (Freising, Bayern)
88 aus 97 fanden die folgende Rezension hilfreich

Was ist guter Unterricht? Wer diese Fragen in der Bevoelkerung stellt, wird eine Vielzahl von Antworten erhalten, die immer wieder andere Aspekte in den Vordergrund stellt. Dem anerkannten Forscher Hilbert Meyer ist es gelungen, aus dem Sammelsurium von Antworten eine durchstrukturierte Landkarte fuer guten Unterricht zu entwickeln. Diese enthaelt nicht nur Grenzen, Hoehen und Tiefen, sondern zeigt auf sehr unterschiedlichen Ebenen mit diversen Hervorhebungen, wie sich Unterricht im Zeitalter der Globalisierung als gut bezeichnen laesst.
Hierzu zieht er aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und schon laengere Zeit bewaehrte Forschungsergebnisse zu Rate und setzt nach und nach puzzleartig die Landkarte guten Unterrichts fuer die Lesenden zusammen.
Zunaechst fordert er immer wieder zum Ueberdenken bisherigen Vorstellungen auf und stellt dann 10 Merkmale guten Unterrichts vor. Neben klarer Strukturierung und echter Lernzeit, seien insbesondere sinnstiftendes Kommunizieren, Methodenvielfalt, transparente Leistungserwartungen und eine gute Vorbereitung, welche die Umgebung einschliesst, aeusserst bedeutsam. Diese Erlaeuterungen zu gutem Unterricht nehmen den Hauptteil des Buches ein. Um dann auf die persoenlichen Begebenheiten der jeweiligen Lehrperson einzugehen, bietet Hilbert Meyer dann verschiedene Reflexionsuebungen an, die neben Kollegen/-innen auch Schueler/-innen einbeziehen. Im letzten Teil des Buches bietet der Autor dann einen Ausblick an und laedt zum „Besuch von Forschungsstaetten" fuer guten Unterricht ein.
Die dem Buch beigefuegte didaktische Landkarte zum guten Unterricht laedt ein, den Blick vom eigenen Klassenzimmer hinaus auf die Schule, Schul- und Bildungslandschaft zu richten.
Das mit zahlreichen Abbildungen, Graphiken, Tabellen und Fotos aufgelockerte Buch bietet eine gute Grundlage. Moegen bei einer Neuauflage auch ein paar Fotos von Schuelerinnen und Schuelern (und nicht nur von Wissenschaftlern) eingefuegt sein, damit man tatsaechlich denjenigen in den Mittelpunkt stellt, der die Zielperson fuer guten Unterricht ist: der junge Mensch!
Im Gesamten erhaelt der oder die Unterrichtende ein aeusserst wirksames Theorie- und Handwerkszeug an die Hand, alle verfuegbaren Kraefte zu sammeln, damit Unterricht dem ureigenen Ziel wieder gerecht wird: gut zu sein fuer den Menschen als lernende Individuen, die in gemeinschaftlichem Agieren ihre Potenziale der Gesellschaft und Umwelt weitmoeglichst zur Verfuegung stellen.