Die Republik der Phrasendrescher. Wortwoertliches einer verunglueckten Sprache | 
vergrössern | Autor: Karl H. Pruys Urheber: Karl H. Pruys Verleger: Edition Q
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Format: Restexemplar Medium: Gebundene Ausgabe Ausgabe: 1 Seiten: 183 Versandgewicht: 0.6 Maße (innen): 7.4 x 4.3 x 0.9
ISBN: 3861245701 EAN: 9783861245704 ASIN: 3861245701
Publikation: 2004 Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen Zustand: verlagsneu, ungebraucht, ungelesen. (Versandfertig in 24 Stunden mit Rechnung und 20-Tage-Rueckgaberecht)! ueber 100.000 Bewertungen ansehen: Wir liefern schnell gute Ware!
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| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Die Abholerkriegen hier genauso ihr Fett weg wie die Zukuenftigen und alle anderen 75 alphabetisch geordneten Redewendungen, aus denen beim Versuch ihrer Sprecher, besonders bedeutsam zu klingen, nur heisse Luft entstroemt. Karl Hugo Pruys stellt sie vor, die Abgruende und Fettnaepfchen, in die der uebereifrige und/oder oberflaechliche Verwender der deutschen Sprache nur allzu gern hineintaumelt oder -tritt. Dass dem Autor die Sprache wirklich am Herzen liegt, ist schon daran zu erkennen, dass er sein Buch im Format von ca. 19x11 cm nach der alten Rechtschreibung eingerichtet hat. Und so horcht er unsere Alltagssprache wie ein gewissenhafter Doktor ab und entdeckt: Sie kraenkelt. Ist befallen von Modewoertern und leidet unter Wortblaehungen. Bei vielen von Pruys` Beispielen kann der ebenso um die Sprache besorgte Leser nur stirnrunzelnd mit dem Kopf nicken. An allen Ecken lauern die Haeufungen sinngleicher oder sinnaehnlicher Woerter. Politiker und Fussballer, die mal davon ausgehen obwohl sie noch gar nicht wissen koennen, was die Zukunft fuer sie bereithaelt oder mit also ich persoenlich sag mal kostbare Lebenszeit des Zuhoerers verschwenden. Tumbe Tore, die offensichtliche und versteckte Anglizismen von sich geben, um ihr Gegenueber an lifestyle und in-feeling zu toppen quaelen unsere Sprache ebenso wie jene Zeitgenossen, die auf schiefen Metaphern ins Rutschen kommen. Pruys verhaelt sich diesen bedauerlichen Auswuechsen gegenueber allerdings nicht wie ein radikaler Phrasenmaeher, sondern versteht sich als behutsam Kritisierender bzw. Korrigierender. Zu Beginn seines Buches laesst er Sprachkritikerkollegen wie Flaubert, Twain und Henscheid zu Wort kommen und der geneigte Leser wird angeregt, mal wieder oder endlich in Karl Kraus und Kurt Tucholsky hineinzuschauen. --Anne Hauschild
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| Kundenrezensionen:
Sprache ist eine Waffe März 15, 2008 Ralph Berger (Franken) 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
"Die Republik der Phrasendrescher" ist mehr eine Art Glossar - als ein Buch. Auf einer halben bis maximal zwei Seiten (grosse Schrift) werden Begriffe, vermeintliche Fachtermini und Phrasen sowohl analysiert auch aufs Korn genommen. Beispiele: - Die Aufarbeiter - Die Ausgegrenzten - Die Grundsaetzlichen - Die Kids - Die Kritischen - Die Normalbuerger - Die Persoenlichen - Die Optimalen - Die Unverzichtbaren - Die Toleranten Bei einigen Begriffen fragt man sich zunaechst - spinnt der Autor? Doch auch vermeintlich harmlose Begriffe werden enttarnt. Sprache ist eine Waffe. Nur kommt sie so subtil daher, dass man diese im Alltag laengst nicht mehr hinterfragt. Pruys spricht sich hier fuer eine klare, anti-euphemistische Sprechweise aus. Viele Begriffe sind inzwischen zu blossen Phrasen, zu Tarnwoertern ausgeartet die den Bezug zur eigentlichen (Ur-)Bedeutung des jeweiligen Wortes laengst verloren haben. Speziell ein Aspekt hat mich besonders beeindruckt: Das deutsche (Unter-)Bewusstsein fuer Obrigkeitsdenken. Dies deckt der Autor im Kontext zu Begriffen wie "Patriarch", "Kronprinz" oder auch mit Floskel wie "Politer X empfing die Menschenmenge Y PERSOeNLICH" usw. auf. Interessant wie hier mit Sprache Machtstrukturen und Hierarchien ausgedrueckt werden. Im Ueberblick befasst sich Pruys auch mit den Anglizismen. Da ihm Schablonendenken fremd ist gehoert er weder zu den absoluten deutschen Sprachpuristen noch zu den Befuerwortern eines "Neusprech" oder "Denglisch". Vielmehr plaediert er dafuer englische Begriffe lieber im Original zu verwenden als durch ein vermeintliches Eindeutschen sprachlich zu verhunzen. Viele Redewendungen mit deutschen Woertern sind grammatikalisch und inhaltlich dem Englischen entnommen welche den deutschen Sprachgewohnheiten fremd sind und diese entstellen. Diesen schleichenden und groesstenteils unerkannten Prozess stellt der Autor deutlich bloss. Eingebettet ist das Buch noch in eine kleine Zitatensammlung und einen Abriss ueber die Entwicklung und Fremdeinflusse auf die deutsche Sprache. Fazit: Das kleine Werk kommt kurzweilig daher und regt zum Nachdenken an. Vielleicht hilft es uns allen der deutschen Sprache wieder etwas mehr Gewicht, etwas mehr SEIN als SCHEIN zu verleihen. Verdient haette sie es zumindest...
Sprachbewusstsein wird geschaerft November 5, 2004 Herbert Huber (Germany) 11 aus 11 fanden die folgende Rezension hilfreich
Fast haette ich in der Ueberschrift dieser Rezension geschrieben dass mich das Buch fuer Sprachschlamperei sensibilisiert hat. Doch "sensibel" ist ein im Buch (nein, nicht thematisiert [=Phrase], sondern treffender:) angeprangertes Wort. Man sollte eigentlich immer, wenn man etwas schreibt, das Inhaltsverzeichnis (die Woerter sind alphabetisch geordnet) dieses gelungenen Essays ueber die Verwendung der Woerter neben sich liegen haben; entweder sind Woerter ganz zu vermeiden (da falsch oder nichts aussagend) oder nur im passenden Zusammenhang einzusetzen. Die behandelten Phrasen stammen meist von Politikern, weil nur die es noetig haben, Bedeutung vorzugaukeln oder das Volk dumm zu reden. Die Verstaerker aus der Jugendsprache, wie "brutal" oder "voll gut", kommen zurecht nicht vor, da sie ob ihrem fluthaften Auftreten leicht als solche erkennbar sind. Manche Woertern, wie beispielsweise "Prioritaet", scheinen mir inzwischen so vertraut, dass die deutschen Synonyme fremd wirken wuerden. Insgesamt ein koestliches und erhellendes Buch fuer Leute, die sich um eine zielgenaue Sprache bemuehen.
Zum Teil gut, zum Teil unbefriedigend Juli 10, 2004 7 aus 8 fanden die folgende Rezension hilfreich
Meine Erwartungshaltung bezueglich des Buches war gross, da in einer Zeitung ueberschwenglich fuer das Buch geworben wurde. Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nur bedingt genuegen.Die ersten Kapitel des Buches sind in guter Sprache geschrieben und motivierten mich, meinen aktiven Wortschatz zu erweitern, bzw. zu verbessern. Leider kommen im anschliessenden Hauptteil die behandelten Phrasen zum groessten Teil aus dem Bereich Politik, bzw. aus der Journalistensprache. Ebenso wirken die Aeusserungen des Autors zu den jeweiligen Phrasen teilweise unklar. Man erkennt nicht immer, ob der Autor ironisch oder ernsthaft einen phraseologischen Ausdruck kommentiert. Das Buch hat einige sehr schoene Anregungenen zum Ueberdenken von Sprache, bleibt aber doch zu sehr im politisch-journalistischen Bereich.
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