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Unterhaltsamer Rundumschlag November 20, 2008 J. Richter (Berlin) Das eines der Buecher, die so einmal eine ganze Reise durch die Vergangenheit und Disziplinen macht. Ich bin nur ein Viertelwissender, also ist fuer mich ein Halbwissen schon eine Steigerung. Nun, es mag argumentativere Buecher geben oder unterhaltsamere. Aber es ist halt einfach, verstaendlich und locker geschrieben, dass es mir recht viel Spass machte, es zu lesen. Das Ende wirkt banal. Aber wahrscheinlich genauso banal wie das Leben selbst.
Der Titel ist leider das beste November 16, 2008 Pietbull47 0 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Angelockt durch den witzigen Titel habe ich mir das Buch spontan gekauft, aber ehrlich gesagt nicht zu Ende gelesen. Wer sich ein bisschen auskennt mit philosophischen und naturwissenschaftlichen Fragen, langweilt sich ab der ersten Seite. Und wer sich weniger auskennt, sollte besser Sofies Welt lesen. Das ist um Laengen geistreicher und vor allem unterhaltsamer geschrieben. An diesem Werk dagegen ist der Titel das Witzigste, und der stammt nicht einmal von dem Autor selbst, wie er ehrlicherweise gleich am Anfang zugibt. Alles andere ist weder interessant geschrieben noch originell. Ich weiss jetzt immer noch nicht,wer ich bin, sondern nur, wieviel Geld ich fuer das Werk ausgegeben habe. Beim Aufraeumen habe ich es gleich wieder entsorgt. Den einen Stern gebe ich fuer den immerhin loeblichen Versuch, den anderen dafuer, dass wenigstens kein Quatsch drinsteht.
Philisophische Reise durch eine interessante Welt voller Fragen! November 9, 2008 dorishamm (Hamm NRW) 5 aus 5 fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Titel ist mir schon lange ins Auge gefallen, da ich ihn echt sehr witzig und originell finde. Normalerweise befasse ich mich nicht mit dem Thema Philosophie und nachdem ich "Sofies Welt" von Jostein Gaarder gelesen habe, dachte ich, dass ich nicht unbedingt weitere Buecher darueber lesen wuerde. Zwar fand ich auch Sofies Welt schoen und die Geschichte hat einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen, aber es konnte mich nicht ganz fuer dieses Thema gewinnen. Und was Gaarder wohl anregen, aber nicht vertiefen konnte, hat Precht nun geschafft. Er konnte mich mit "Wer bin ich und wenn ja, wie viele" richtig fuer die Philosophie begeistern und interessieren. Mit den vielen bekannten Philosophen und ihren "infrage stellen", wurde ich sehr zum Nachdenken angeregt und einiges werde ich wohl nun auch mit anderen Augen betrachten. Deswegen ist dies auch ein wertvolles Buch fuer mich geworden, eben weil dieses Fragen stellen echt Bedeutung bekommen hat, da ich persoenlich (und da werde ich nicht die Einzige sein) vieles als normal und natuerlich ansehe, ohne es zu hinterfragen. Ausserdem ist dieses Buch fesselnd geschrieben und sehr interessant. Nie erschien es mir langweilig oder gab mir das Gefuehl, an dieser Stelle haette es kuerzer sein koennen. Dabei wird hier keine Geschichte erzaehlt, sondern hier wird fast nur auf die Philosophie eingegangen. Aber auch andere Bereiche werden mit der Philosophie verbunden, wie Soziologie, Biologie, Psychologie, Theologie und Forschung, wobei der Autor immer verstaendlich bleibt. Ganz besonders geht er auf das Thema Hirnforschung ein und wirft auch auf diesem Gebiet viele Fragen auf, ueber die ich nie nachgedacht haette, obwohl es sehr beeindrucknd auf mich gewirkt hat. Ueber bekannte Philosophen werden kurze Biografien eingebaut, welche meistens ein neues Kapitel einleitet, wie z.b. von Nietzsche, Descartes, Mach, Wittgenstein, Kandel, Schopenhauer, um nur einige bekannte zu nennen. Dabei hat Precht es geschafft, ein gutes Bild von ihrer Arbeit und ihrem Leben zu schaffen. Der Bekanntheitsgrad dieser Personen, bereicherte dieses Buch und es war informativ und lehrreich. Fragen, Antworten, Denken, Wahrnehmung, Wirklichkeit, Logik, Moral, Sinn, Verstand, Theorien sind z.B. einige Stichworte, mit dem sich dieses Buch befasst. Fragen wie "Woher weiss ich, wer ich bin?", "Was kann ich wissen?", "Kann ich wollen, was ich will?", "Was darf ich hoffen?", "Hat das Leben einen Sinn?" und noch viele weitere werden hier ausfuehrlich behandelt. Der Anhang beinhaltet ein Literaturverzeichnis, welches zugrunde gelgte, zitierte, vertiefende und weiterfuehrende Literatur zu den behandelten Fragen enthaelt. Dies kann den interessierten Leser behilflich sein, wenn er weitere Buecher ueber die Philosophie lesen moechte. Das hat Precht sehr uebersichtlich und fuer jedes Kapitel extra gemacht, so dass man sofort weiss, welche Literatur fuer welches Thema und ueber welche Philosophen die richtige ist. Ausserdem enthaelt das Buch ein ueberschaubares, alphabetisch geordnetes Personenregister, wo man nachsehen kann, wo diese Personen vorgekommen sind. Ich kann dieses Buch absolut weiter empfehlen, da ich auf lehrreiche Weise sehr gut unerhalten wurde.
Ein toller Precht? November 9, 2008 Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) 6 aus 14 fanden die folgende Rezension hilfreich
Mit Verspaetung wollte auch ich erfahren, was ein junger, gut aussehender Philosoph, Journalist und Romanschreiber Neues aus dem Reich der Hirnforschung zu erzaehlen hat. Denn immerhin wird im Klappentext angekuendigt, der Bestsellerautor sei in den Neurowissenschaften auf dem neusten Stand und nehme seine Leser auf eine kluge, humorvolle und unterhaltsame Entdeckungsreise mit. Die ueberschwaengliche Empfehlung von Elke Heidenreich trug wenig dazu bei, dass ich das Angebot annahm, da wir offenbar selten die gleichen Helden verehren. "Wer bin ich?" Auf die Frage aller Fragen umfassend Antworten zu bekommen, ist Reiz genug, in Prechts Buch zu schmoekern. Gelohnt hat sich der Aufwand allerdings nur bedingt. Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Fuer diese drei Ordnungskategorien hat sich Richard David Precht entschieden, um seine Leser durch die gewaltige Stoffmenge zu fuehren. Zudem scannte er die Geistesgeschichte nach geeigneten Helfern durch, die dem Reiseleiter zudienen sollen. Aber da beginnt bereits das Problem. Selbst Teilnehmer, die schon vielen der zitierten Autoren zuhoerten, werden Muehe haben, vor lauter Stimmengewirr noch klar denken zu koennen. Dabei waere doch genau das die Absicht des Autors. Und so wurde ich das Gefuehl schon bald nicht mehr los, Herr Precht wolle mir vor allem zeigen, welch toller Hecht er selber ist. Nun sagt Quantitaet bekanntlich wenig ueber Qualitaet aus. Und zur Beweisfuehrung des eigenen Weltbildes sollte man nicht unbedingt Nobelpreistraeger in den Zeugenstand rufen, die ihre Auszeichnungen vor einem halben Jahrhundert erhielten. Vor allem nicht, wenn es um ein Wissensgebiet geht, dessen Erforschung relativ jung ist. Philosophen, die meinen, in der Physik ebenso zu Hause zu sein wie in allen anderen Naturwissenschaften, ueberschaetzen sich. Auch wenn ich interdisziplinaeres Forschen wichtig finde, stoesst mir mentale Rosinenpickerei auf, wenn mit dieser Methode suggeriert wird, die Wahrheit habe irgendetwas mit der Durchschnittsmenge verschiedener Ansichten zu tun. Selbst wenn der neue James Bond nicht mehr auf den klassischen Dry Martini schwoert, sind mir einfache Drinks noch immer lieber als effektvoll inszenierte Mixgetraenke mit unzaehligen Zutaten. Ich glaube auch nicht, dass der Leser dieses Buches am Schluss weiss, was ihm Precht vorgesetzt hat. Gerade weil sich Richard David Precht so stolz auf die Hirnforschung beruft, sollte er wissen, was von seiner wilden Mixtur in den Koepfen haengen bleibt. Naemlich wenig bis nichts. Oder allenfalls der irrtuemliche Glaube, man wisse nun Bescheid, wer man sei. Mein Fazit: Ganz ohne Zweifel verfasste der Autor ein Buch, das auf grosses Interesse stoesst. Aber das heisst noch nicht, er koenne die geschuerten Erwartungen auch wirklich erfuellen. Mir ist der Stil zu salopp, die Beweisfuehrung zu fahrig und der Autor zu selbstverliebt, um das Buch mit der gleichen Begeisterung weiterzuempfehlen wie Elke Heidenreich und andere Fans von Richard David Precht. Vielleicht fehlen mir aber ganz einfach die richtigen Brillen, um das zu entdecken, was so viele zu ueberzeugen scheint. Drei Sterne betrachte ich als Verlegenheitsnote.
Ja, wieviele sind wir denn??? November 6, 2008 Familie Vader 3 aus 4 fanden die folgende Rezension hilfreich
Nun, dieses Buch ist ja momentan in aller Munde, belegt ja mittlerweile sogar Platz 1 der bestverkauften Sachbuecher - ob es das zurecht tut, darueber kann man geteilter Meinung sein. Hier meine kleine Einschaetzung zu diesem Buch: Ich musste das Buch sofort haben, als es mir das erste mal im Buchhandel in die Haende gefallen ist - eine philosophische Reise, welche leicht verstaendlich und auf spielerische Weise an die grossen Fragen der Philosophie bzw. der Menschheit und des Menschseins heranfuehrt - das klang ja enorm interessant und verlockend. Das Buch schliesslich ist in drei grosse Themengebiete eingeteilt: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Darunter ist das Buch in diverse Kapitel eingeteilt - so z.B. spezifischen Fragestellungen wie "Was ist Sprache?" unter dem Bereich 'Was kann ich wissen?`, oder "Darf man Menschen toeten?" im Bereich 'Was soll ich tun?' usw. Diese Fragen beleuchtet Precht nun ausfuehrlich, die Qualitaet dieser Anschauungen, Beschreibungen und Erklaerungen schwanken in seinem Buch allerdings enorm, so sind manche Kapitel wahnsinnig interessant, mit vielen Denkanstoessen und interessanten Erkenntnissen - andere Kapitel lesen sich einfach nur fad, passen nicht in den Zusammenhang und sind schlicht und ergreifend langweilig. So hat das Buch viele Hoehepunkte, aber auch einige schwache Stellen - viel zu oft gleichen sich die Kapitel in ihrem Schema: Zuerst wird eine beruehmte Persoenlichkeit vorgestellt (teilweise viel zu umfassend), dann die jeweiligen Thesen, Bemerkungen und Hauptgedanken hervorgehoben, um diese schliesslich zu analysieren und einzuschaetzen - das mag hin und wieder angebracht sein, zu oft ist das allerdings etwas anspruchslos, Herr Precht! Nun moechte ich es mit der Kritik nicht uebertreiben, denn ich moechte das Buch trotz der offenkundigen Schwaechen trotzdem als sehr lesenswert einstufen - Richard David Precht schafft es sehr gut, einen weiten Bogen zu spannen und neben wichtigen philosophischen Aspekten, auch die nicht unter den Tisch zu kehrende Wissenschaft, ganz im speziellen die Hirnforschung nicht auszulassen und ueber neue, teilweise verblueffende Erkenntnisse aus diesem Bereich zu berichten. Alles in allem ein schoenes Buechlein, welches viel Wissenswertes enthaelt und zum Nachdenken anregt, mir hat es im Grossen und Ganzen doch ziemlich gut gefallen Sicherlich ein guter Einstieg in die Welt der Philosophie - und dank des uebersichtlichen Literaturverzeichnisses im Anhang des Buches weiss man gleich, was man lesen muss um sich zu dem einen oder anderen Thema weiter und tief greifender zu belesen.
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