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Das Kapital: Eine Streitschrift

Das Kapital: Eine Streitschrift

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Autor: Reinhard Marx
Urheber: Reinhard Marx
Verleger: Pattloch

Kaufen Neu: EUR 17,95



Neu (78) Gebraucht (3) ab EUR 15,00

Bewertung: 5.0 von 5 Sternen 4 Rezensionen
Verkaufsrang: 1193

Medium: Gebundene Ausgabe
Seiten: 304
Versandgewicht: 1.2
Maße (innen): 8.6 x 5.8 x 1.3

ISBN: 3629021557
EAN: 9783629021557
ASIN: 3629021557

Publikation: Oktober 30, 2008
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
Zustand: Druckfrisch und in Originalfolie eingeschweisst

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Redaktionelle Rezensionen:

Aus der Amazon.de-Redaktion
a Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, SolidaritA t und Gerechtigkeit hat keine Zukunft.“ Das sagt Marx. Aber nicht Karl Marx, sondern Reinhard Marx, amtierender Bischof von MA nchen und Freising. Wie seinem Namensvetter geht es auch ihm darum, die Gesellschaft zu verA ndern. Doch wA hrend Karl vor weit A ber 100 Jahren auf kollektive Planwirtschaft setzte, propagiert Reinhard heute eine globale soziale Marktwirtschaft, in der Eigentum verpflichtet.

Selten mischt sich ein Kirchenmann so offen in gesellschaftliche Debatten ein wie Reinhard Marx mit dieser Streitschrift. Gut so. Im erfrischenden Galopp jagt der Bischof durch staatsphilosophische Theorien. Offen prangert Reinhard Marx die steigende Armut an und benennt als Hauptursache der Finanzkrise die Profitgier. Gleichzeitig brandmarkt er Kapitalgesellschaften, die sich ihrer sozialen Verantwortung entledigen. Oder der Kirchenmann verteufelt im Vorbeigehen das US-Gefangenenlager in Guantanamo Bay als politisch wie moralisch falsch.

Um Wege aus der Krise aufzuzeigen, greift der Bischof gerne auf Bekanntes zurA ck, zitiert pA pstliche Enzykliken und empfiehlt die Katholische Soziallehre. Demnach mA sse der Einzelne soziale Verantwortung A bernehmen, gleichzeitig solle Schwachen -- a Working Poor“ und zunehmend Familien -- besser geholfen werden. Wirft Reinhard Marx Karl Marx vor, “den Menschen vergessen” zu haben, meint er damit sicher auch seine ReligiositA t. Wenn der Bischof die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verfasste Dialektik der AufklA rung durch Johannes Paul II. fortgefA hrt sieht, drohen seine Argumente allerdings zu vereinnahmen.

Sicher gehA rt Reinhard Marx zu den aufgeschlossenen KirchenmA nnern, die mit Freude Fenster A ffnen, um frischen Wind hinein zu lassen. Dabei sind seine Standpunkte im einzelnen nicht revolutionA r. Vielmehr begeistert der Bischof damit, dass er ohne Wegzuducken viele drA ngende Probleme der Zeit klar benennt sowie aufrichtig, ja fast kA mpferisch nach Gerechtigkeit und Frieden strebt. So kA nnte Reinhard Marx als Gegner des ungebremsten Kapitalismus wie folgt manifestieren: Soziale Markwirtschaftler aller LA nder, vereinigt Euch!
--Herwig Slezak


Kundenrezensionen:

5 von 5 Sternen Das neue "Kapital"   November 25, 2008
Fleischer, Christoph (Werl)
15 aus 16 fanden die folgende Rezension hilfreich


Dass der neu gewaehlte Erzbischof von Muenchen Reinhard Marx ein Buch seinem Namensvetter Karl Marx widmet, soll diesem nicht unbedingt nachtraeglich politische Ehre verleihen. Vom Titel Das Kapital bis zur blauen Farbe des Einbands ein postmodernes Spiel, so denkt man. Selbstverstaendlich ist Marx kein Marxist, sondern ein Verfechter der katholischen Soziallehre, deren Mitbegruender Ketteler er sehr gut zu portraitieren vermag. Dennoch wird auch einem Protestanten bei der Lektuere klar, dass die katholische Kirche in Deutschland vom Aufkommen der Arbeiterbewegung an die soziale Frage aufgenommen hat. In der Geschichte zum Ende des 20. Jahrhunderts hat dann in globaler Hinsicht der verstorbene Papst Johannes Paul II. vor allem die Armut in der Welt angeprangert. Bezeichnend ist schon, dass Reinhard Marx nicht nur den Mainstream der katholischen Soziallehre bis hin zu den Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft erklaert, sondern bei aller Abgrenzung Karl Marx nicht nur gelesen hat, sondern ausdruecklich wuerdigt. Im Schlusskapitel vor allem wird deutlich, dass er den katastrophalen Absturz der Finanzmaerkte noch kurzfristig einbeziehen konnte und wohl von daher zum Schluss kommt: Ich schreibe Ihnen (Marx), weil mir in letzter Zeit die Frage keine Ruhe laesst, ob es am Ende des 20. Jahrhunderts nicht doch zu frueh war endgueltig den Stab ueber Sie und ihre oekonomischen Theorien zu brechen. Sogar das Netz der Globalisierung habe Marx schon vorhergesehen. Schon Karl Marx hat die Situation der Armut in den Zusammenhang mit Freiheitsrechten gebracht, die dann nur auf dem Papier stehen, wenn die Oekonomie ihre Umsetzung verhindert. Reinhard Marx stellt vom christlichen Menschenbild her die Option fuer die Armen heraus und wendet sich gegen die Oekonomisierung aller Lebensbereiche. Der Begriff von der unsichtbaren Hand des Marktes (Adam Smith) sei als Metapher zu verstehen und der Begriff homo oeconomicus vom christlichen Standpunkt her ein Zerrbild. Immer wieder wird deutlich, dass es keine Wirtschaft ohne eine Art von Regulierung oder die Vorgaben einer Rechtsordnung gibt, auch nicht weltweit. In diesem Zusammenhang korrigiert er in einem Exkurs den Begriff des Neoliberalismus der z. Zt. vor allem ideologisch und abgrenzend gebraucht wird. Nach Alexander Ruestow (1938) bezeichnet der Neoliberalismus die Wirtschaft als Dienerin der Menschlichkeit und bekannte sich zu ihrer sozialen Verantwortung, worauf auch 1959 der Sozialethiker und Kardinal Hoeffner hinwies. In einem Zitat von Oswald von Nell-Breuning taucht dann allerdings doch einmal der Begriff in polemischer Hinsicht auf und bezeichnet dessen Unvereinbarkeit mit der katholischen Soziallehre. Wichtig ist vor allem, dass Reinhard Marx keinesfalls theoretisch argumentiert, sondern zahlreiche Beispiele wie die auf Kreditbasis finanzierten Hedgefonds anfuehrt. Fuer die Lehre der Gerechtigkeit genuegt ein Blick in die Bergpredigt oder die Schilderung des Gottesfriedens bei Basilius, dem Bischof von Caesarea (330-379). Reinhard Marx weist immer wieder in unterschiedlicher Hinsicht auf das Phaenomen der Armut hin, das keine soziale Randgruppe oder Unterschicht beschreibt, sondern ein Phaenomen in der Mitte der Gesellschaft, das jeden treffen kann, z. B. durch ploetzlichen Arbeitsplatzverlust oder persoenliche Krisen. Er greift die Notwendigkeit umfassender Bildung auf und bezeichnet sie als Grundnahrungsmittel. Fast parallel zur Denkschrift der EKD beschreibt er die Leistung des Unternehmertums, besonders darin, sich in der Gesellschaft immer mehr sozial engagieren zu wollen. Er kritisiert aber in diesem Zusammenhang auch wieder im Rueckgriff auf Karl Marx die vorrangige Orientierung am Kapital vor allem in Aktiengesellschaften und stellt den Vorrang der Arbeit vor dem Kapital im christlichen Menschenbild heraus. Im Schlusskapitel werden die Probleme der chinesischen Gesellschaftsordnung an praktischen Beispielen angeprangert. Die Globalisierung sollte nicht laenger auf dem Ruecken der Unzahl chinesischer Wanderarbeiter ausgetragen werden. Globalisierung aus christlicher Sicht stellt die Wuerde des Menschen vor Gott heraus und begruendet die Pflicht zur Solidaritaet.
Es wird sich zeigen, ob der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems den Weg frei machen wird zu dem, was Reinhard Marx die globale soziale Marktwirtschaft versteht.
Das Buch von Reinhard Marx Das Kapital ist kein Plaedoyer fuer einen Marxismus im bekannten Stil. Dennoch wird hier im Kontext des derzeitigen Wirtschaftssystems mit Karl Marx die Vorherrschaft rein kapitalorientierten Denkens der Wirtschaft vom christlichen Menschenbild einer unverlierbaren Wuerde vor Gott her in Frage gestellt. Die Kirche hat von der Bibel her den Auftrag, sich immer wieder auch gegenueber den Missstaenden der globalen Wirtschaftens am Menschen zu orientieren.
Das einzige, was man diesem Buch letztlich vorwerfen kann, ist, dass es kein politisches Programm entwickelt, sondern lediglich Probleme beschreibt. Doch dieser Schritt muss von Seiten der Ethik ohnehin offen bleiben.



5 von 5 Sternen Eine theologische und politische Wiederbelebung der katholischen Soziallehre, die nur zu begruessen ist   November 19, 2008
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland)
21 aus 22 fanden die folgende Rezension hilfreich

Man mag diesem streitbaren Bischof vorwerfen, er habe die Namensgleichheit bewusst genutzt, um seinem Buch, seinen Thesen und vielleicht auch seiner Karriere zum Erfolg zu verhelfen.
Doch damit geht man an diesem wichtigen Buch vorbei. Schon in seiner Zeit als Bischof von Trier hat Reinhard Marx sich immer wieder eingemischt in die sozialpolitischen und sozialethischen Debatten, die jeweils gerade im Land gefuehrt wurden, und schon damals spuerte man, dieser Mann hat das Zeug fuer mehr.

Nun, Erzbischof von Muenchen und Freising geworden, legt er ein Buch vor, das in der Lage ist, die politische Debatte in Deutschland stark zu beeinflussen. Geschrieben vor der grossen weltweiten Finanzkrise, die den ganzen Kapitalismus in schweren Verruf brachte, fiel seine Veroeffentlichung genau mit dieser Krise zusammen.

Dem Buch und seinen Thesen haette gar nichts Besseres passieren koennen, denn all das, was geschehen ist und was jetzt heftig diskutiert wird und einen Krisengipfel nach dem anderen provoziert, deutet Marx in seinen Buch laengst an.

Sein Buch richtet sich zum einen an die Oeffentlichkeit, mehr noch aber ist es ein Appell an die eigene Kirche, sich wieder der sozialen Frage zuzuwenden und damit eine in Vergessenheit geratene alte Tradition der Kirche neu zu entdecken.

Marx betont, wie uebrigens viele andere auch in diesen krisengeschuettelten Tagen, den Unterschied zwischen Kapitalismus und sozialer Marktwirtschaft. Der Kapitalismus sei orientiert an den Kapitalinteressen ( auch das war deutlich zu beobachten und hat viele kleine Sparer ueberall auf der Welt ihre Altersversorgung gekostet), waehrend die Marktwirtschaft mehr sieht: die verschiedenen Marktteilnehmer, den Marktplatz und die Rahmenbedingungen des Marktes, die keineswegs zu diesem dazu gehoeren.

Doch weder das eine noch das andere, so Marx , seien Gesellschaftsordnungen. Instrumente seien sie und muessten es auch bleiben, Instrumente , die entdeckt und entwickelt wurden und sich bewaehrt haben, als Antworten auf die Fragen, wie moeglichst viele Menschen durch ihre eigene Arbeit, durch Ausbildung und Beteiligung am gesellschaftlichen Leben ihren Lebenszielen folgen koennen.

Immer wieder betont er die Perspektive der katholischen Soziallehre, die er mit diesem Buch theologisch und politisch wiederbeleben moechte: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Aber nicht nur als Markteilnehmer, mit dem sich Geld verdienen laesst, sondern als Mensch mit all seinen Staerken und Schwaechen, seinen Krankheiten, seinen Behinderungen, seinem Altern und seinem Sterben, seiner Hoffnung auf ein besseres, ein gelingendes, sinnvolles Leben.

Es ist gut, dass ein Kirchenmann wieder einmal darauf hingewiesen hat, was seit fast zwei Jahrtausenden in der Bibel steht. Meinem fuenfjaehrigen Sohn lese ich gerade aus einer wunderbaren Kinder -und Jugendbibel von Joerg Zink vor, nach der er immer mal wieder verlangt, und da ist es selbst einem Kind ( oder gerade weil es ein Kind ist ?!) klar, fuer wen dieser Jesus auf die Welt gekommen ist und wie er mit den Menschen umgeht.





4 von 5 Sternen Recht interessant, aber hilft es auch?   November 3, 2008
Christian Sturm
36 aus 44 fanden die folgende Rezension hilfreich

In seinem Buch appelliert der Muenchner Erzbischof Reinhard Marx fuer eine globale Ausweitung der sozialen Marktwirtschaft. Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidaritaet und sozialen Ausgleich kann fuer ihn nicht funktionieren. Damit hat er sicherlich grundsaetzlich Recht. Auch scheint mir die globale Perspektive sinnvoll zu sein: Im Rahmen der Globalisierung haben sich die Unternehmen globalisiert, waehrend die Nationalstaaten lokale Einheiten mit zum Teil recht unterschiedlichen Konditionen geblieben sind, wodurch sie mitunter zu Spielbaellen global operierender Unternehmen wurden, die verstaerkt dorthin gehen, wo sie die guenstigsten Bedingungen vorfinden. Das wuerden wir uebrigens nicht viel anders tun: Wenn der Liter Benzin in Hessen 1,25 Euro, in NRW dagegen 1,50 Euro kosten wuerde, wuerden viele Menschen aus NRW regelmaessig nach Hessen zum Tanken fahren. Eine relative Angleichung der jeweiligen nationalen Bedingungen (zum Beispiel bei der Unternehmensbesteuerung, aber auch vielen sonstigen Auflagen) scheint also unerlaesslich zu sein. Die Frage ist nur, ob den Regierenden in den verschiedenen Nationalstaaten der Ernst der Lage bewusst ist, und sie entsprechend kompromissbereit sind.

Auch ein anderer Punkt scheint mir problematisch zu sein. Reinhard Marx appelliert sehr stark an die Moral von Einzelpersonen. Mersch charakterisiert in Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Ueber den Ursprung von Allem Lebewesen dagegen als Systeme, die ueber eigenstaendige Selbsterhaltungs- und Reproduktionsinteressen verfuegen und sich darueber selbstregulieren. Interessanterweise weist er nun aber auch Unternehmen solche Eigenschaften zu: Fuer ihn sind Unternehmen Superorganismen, die in ihren jeweiligen Evolutionsumgebungen - den Maerkten - konkurrieren und dabei evolvieren. Einmal auf den Weg gebracht, entwickeln sie eine Eigendynamik. Es stellt sich deshalb die Frage, ob ein Vorstand eines global operierenden Konzerns ueberhaupt in der Lage ist, sich in einem uebergeordneten Sinne moralisch zu verhalten, da er ja in erster Linie den Interessen seines Unternehmens (und dessen Anteilseignern) dient. Ein solcher Vorstand duerfte intern Rechtfertigungsprobleme bekommen, wenn er Optionen nicht nutzt, die aktuell fuer sein Unternehmen vorteilhaft, fuer die gesamte Welt oder bestimmte Nationalstaaten aber moeglicherweise unguenstig sind. Hier scheinen mir limitierende Regelwerke mehr Wirkung zu versprechen als moralische Appelle. Inwieweit sie international durchsetzbar sind, ist eine andere Frage. Und inwieweit die Menschheit heute noch in der Lage ist, die laengst ausser Kontrolle geratenen Superorganismen wieder "einzufangen", ebenso.

Daneben stoerte mich ein ganz anderes Thema. Marx weist richtigerweise darauf hin, dass die Verlagerung von Arbeitsplaetzen in Billiglohnlaender unter den aktuellen Bedingungen eine unumkehrbare Entwicklung ist. Allerdings spricht er mir hier dann doch zu stark nur die Unternehmensseite an. Auch wir Menschen haben ja lebensnotwendige Arbeiten gleichfalls in Billiglohnlaender verlegt, zum Beispiel einen Grossteil der Familienarbeit (was ganz nebenbei zu einer Erhoehung der Arbeitslosenquote gefuehrt hat). Unsere Bevoelkerung reproduziert sich seit ca. 40 Jahren nur noch zu 2/3, wobei sie indirekt davon ausgeht, dass wir fehlende Menschen bei Bedarf durch Zuwanderer aus Billiglohnlaendern ersetzen koennen. Und dieser Prozess, der das Geldverdienen fuer Frauen und Maenner grundsaetzlich ueber das Aufziehen von Kindern gestellt hat, so dass dieses nun keinen eigenstaendigen Wert mehr darstellt, sondern nur noch mit dem Beruf - und diesem untergeordnet - zu vereinbaren ist, wurde nicht durch die Wirtschaft angestossen, sondern in erster Linie durch die Bevoelkerung selbst. Gesamthaft betrachtet verhaelt sich die Bevoelkerung also mindestens ebenso egoistisch und auf den eigenen kurzfristigen Vorteil bedacht, wie die vielfach kritisierten Unternehmen. Wir scheinen also noch ganz andere Probleme zu haben, als es Reinhard Marx in seinem Buch beschreibt. Im Rahmen des nun hoffentlich beginnenden intensiven Nachdenkens ueber die Zukunft unserer Gesellschaft (und der Welt) sollte meines Erachtens nicht wieder der Fehler begangen werden, alles nur aus Sicht der Wirtschaft zu betrachten. Auch wir Menschen haben uns ja mit voller Absicht und aus Eigeninteressen so sehr individualisiert, dass es heute nicht einmal mehr klar ist, wie ein ganz normaler Mensch gleichzeitig nach Bildung, einem interessanten Beruf und einer Familie streben kann, wie also in unserer Gesellschaft ein ganz normales befriedigendes Leben gefuehrt werden kann.



5 von 5 Sternen Kein Streit - ein Appell   Oktober 31, 2008
T. Kohrs
32 aus 37 fanden die folgende Rezension hilfreich

Die Schlussfolgerung des Werkes steht gleich auf dem Einband: "Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidaritaet und Gerechtigkeit hat keine Moral und auch keine Zukunft."
Dabei ist Erzbischof Marx ueberhaupt kein harter Kapitalismuskritiker. Ganz im Gegenteil bricht er mehr als einmal eine Lanze fuer die verantwortungsbewussten Unternehmer und die gerade derzeit so viel kritisierten Kapitalisten. In der Einleitung, einem offenen Brief an seinen Namensvetter Karl Marx stellt er auf die sich selbst gestellte Frage, ob der Kapitalismus an sich selbst zugrunde gehen werde, eindeutig fest: "Ich sage es Ihnen ganz offen: Ich hoffe das nicht!" Basierend auf der katholischen Soziallehre differenziert Erzbischof Marx zwischen einer verantwortungsvollen sozialen Marktwirtschaft und dem ungebremsten Kapitalismus. Dabei sind seine Ausfuehrungen wirklich gut zu lesen. Er versteht es, den Leser mit Sachargumenten und vielen Beispielen zu ueberzeugen. Wie wohltuend ist es gerade jetzt ein Buch zu lesen, was mit Argumenten glaenzt und sich so sehr abgrenzt von den Verallgemeinerungen und den Verunglimpfungen, die derzeit zuhauf in allen Medien zu finden sind.
Das Kapital ist ein Werk, welches sowohl aufgrund des Titels, als auch mit dem Namen beider Verfasser in einem Abstand von rund 140 Jahren kokettiert. Die Reflexion ist eindeutig und faellt zugunsten einer liberalen, allerdings auch kontrollierten und nicht unbaendigen Wirtschaft aus. Die Lektuere ist jedem interessierten Leser zu empfehlen und laesst manchen Politiker und andere Experten in einem ganz schwachen Licht erscheinen. Auch das macht das Buch so wichtig.