Kundenrezensionen:
Moerderische Verpackung - fesselnder Inhalt November 13, 2008 X. Domstaedter (Wiesbaden) 3 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich
Dass unter Tieren die rauhe Natur des Fressens und Gefressenwerdens herrscht, ist ja nichts Neues und vielleicht ein Grund, warum der Autor sein Thema bereits auf dem Buchcover filmreif ueberhoeht. Eine originelle Verpackung jedenfalls, die sich in mehr als 40 verblueffende Minikrimis entblaettert: Geschichten ueber die Hannibal Lectors und Jack the Rippers aus der tiefen Fundgrube der Fauna. Und hier wird praezise aufgeklaert, mit Anekdoten garniert und vor allem: Szenerie eingesprengselt: Der Leser kriecht durch einen duesteren Tarantelbau, taucht in die Unterwasserdisco des schillernden "Tuntenfischs" oder steht im Anprall ploetzlicher Romantik inmitten einer idyllischen Fruehlingswiese - allerdings nur eine fluechtige Illusion vor dem schonungslosen Zoom zwischen die Grashalme. Statt sproeder Wissenschaftlichkeit schmueckt der Autor teils dramaturgisch aus, wie die Dinge im Drehbuch des Tierreichs stehen; da geht er bis zur Gedankenwelt der Eidechse. Zugegeben, ziemlich menschlich, wenn Larven sich Sorgen machen, Gluehwuermchen Verdacht schoepfen und ueberhaupt die scheinbar harmlosesten Tiere die Maske des kalkulierenden Moerders aufsitzen haben. Aber ob es sich nun um den grausamen Wolf dreht oder das Schaf, in dessen Pelz dieser steckt, geht es dem Regisseur bei seinen szenischen Ausfluegen offenbar nur um Eines: dass wir kurz durch die duenne Haut seiner Tiere fuehlen, bevor er zurueck zur Welt des Faktischen schwenkt. Dorthin, wo aus der eben noch blutruenstigen Bestie wieder der rechtmaessige Jaeger im Kreislauf des Lebens wird. Auch nach Abschluss dieser Lektuere entlasse ich jeden Massen mordenden" Marienkaefer ohne jeden Groll aus der Wohnung in die Freiheit. Und blicke dem - gelegentlich - Fleisch fressenden Eichhoernchen im Baum vor dem Fenster nach wie vor entzueckt ins Auge. Wer die spannende Krimi-Melange mit einem Frontalangriff auf die Tierwelt verwechselt, bringt sich nur um den Spass beim Lesen.
Spannnende Heimtuecke August 9, 2008 Dr. Rolf Spangenberg 14 aus 14 fanden die folgende Rezension hilfreich
Na, wie der Autor im Vorwort auch ganz richtig einraeumt, geht es nicht um Morde im eigentlichen Sinne, denn die Taeter handeln nicht aus niedrigen Beweggruenden. Aber richtig fies geht es schon zu, wenn der Journalist Markus Bennemann detailgenau beschreibt, wie tierische Jaeger ihre Beute erlegen. Vom schlichten Vergiften bis zum von innen her auffressen - da werden Methoden geschildert, die selbst einem hartgesottenen Krimi-Leser eine Gaensehaut verursachen. Erstaunlich, einerseits werden diese Toetungsakte spannend und anschaulich dargestellt, andererseits bleibt die zoologische Genauigkeit nicht auf der Strecke. Auch der tierkundige Leser entdeckt eine Fuelle erstaunlicher Einzelheiten, die ihm bestimmt nicht alle bekannt waren. So eignet sich dieses Buch sowohl zum raschen Durchlesen als auch zum Schmoekern vor dem Einschlafen im Bett. Ein Ueberraschungsgeschenk fuer jeden Menschen, der meint, so ziemlich alles ueber unsere tierischen Mitgeschoepfe zu wissen!
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