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Klarheit ueber Kinder in unserer Gesellschaft November 17, 2008 Dierkes, Gerhard 4 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
Viele, die mit Kindern befasst sind, haben heute das Gefuehl, dass irgendetwas Grundsaetzliches den Umgang mit den Kindern und den Erfolg der Erziehung erheblich erschwert. Einige moegen auch schon eine grobe Ahnung haben, was die Ursachen sind, Winterhoff bringt Klarheit. An einigen Stellen fuehrt Winterhoff eine Psychologen-eigene Sprechweise ein, z. B. "Nervenzelle Mensch" fuer die Faehigkeit eines Kindes, ein Gegenueber als eigenstaendigen Menschen wahrzunehmen. Vielleicht wird sich von diesen Ausdruecken das eine oder andere durchsetzen, wenn Winterhoff mit weiteren Buechern Massstaebe setzt, wie einst Rudolf Dreikurs ("Kinder fordern uns heraus", Klett Cotta Verlag). Gestaerkt mit der im Buch vermittelten Denkweise duerften die Eltern ihren Kindern mit mehr Selbstvertrauen entgegen treten. Ich freue mich schon auf das naechste Buch dieses Autors, wenn er seine Erkenntnisse zu konkreten Erziehungskonzepten weiter entwickelt.
Der Mann hat Recht November 14, 2008 Alfredos (D) 4 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
Die kontroversen Reaktionen auf das Buch, der Verriss von manchen Leuten, zeigen deutlich, dass der Autor genau den wunden Punkt erwischt hat! Genau die, die die Misere erzeugen, die regen sich am meisten auf. Als Mensch, der mit den Produkten dieser Erziehung jeden Tag Umgang hat, ist es sehr frustrierend zu erleben, was manche Leute der Umwelt antun, in dem sie denken, dass die Welt durch die Anwesenheit ihrer Kinder gesegnet ist... Nochmal: der Mann hat Recht! Und ausserdem, wie will man Menschen Verbesserungen vorschlagen, die eh schon alles richtig machen? ;-))
Sinnvolle Lektuere fuer paedagogisch Interessierte November 13, 2008 A. Hartwig (Frankfurt) 6 aus 10 fanden die folgende Rezension hilfreich
Nach den wenigen negativen Rezensionen zu diesem Buch, hier auf Amazon, habe ich mir das Buch zunaechst in der Bibliothek ausgeliehen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Und - ich war erstaunt - schon nach den ersten Seiten konnte ich nicht aufhoeren darin zu lesen. Wer zu diesem Buch Rezensionen mit dem Titel "Schwachsinn" oder aehnliches verfasst, hat hierzu kein professionelles paedagogisches Verhaeltniss. Winterhoff zeigt eine Entwicklung auf, welche jedem reflektierenden paedagogisch taetigen Menschen nicht entgangen sein wird. Das er eine Paedagogik, zurueck zum Rohrstock - wie in einer Rezension formuliert - fordert, ist ganz klar falsch. Ohne Weiteres vorweg zu nehmen: Dieses Buch ist absolut lesenswert und Menschen die sich im paedagogischen Rahmen und speziell im Rahmen der Erziehungshilfe engagieren, werden einige ihrer alltaeglichen Begegnungen in diesen Ausfuehrungen von Winterhoff wiederfinden.
Ein Rufer in der Wueste? November 2, 2008 Michael Weber (Nisterau, Westerwald) 4 aus 8 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ganz sicher nicht! Denn die Oasen in der Erziehungs- und Paedagogikwueste werden immer zahlreicher. Was heisst das? Dies bedeutet konkret, dass den nachdenklichen Zeitgenossen, insbesondere jenen, die mit Erziehung und Bildung beschaeftigt sind, eines immer klarer ins Bewusstsein tritt: eine voellig befreite, notwendige Begrenzungen des Individuums stillschweigend ignorierende Erziehungsarbeit in Kindergaerten, Grundschulen und weiterfuehrenden Schulen treibt uns nicht nur in die Erziehungskatastrophe, sondern macht uns letztlich auch zukunftsunfaehig. Eine Gesellschaft, so Winterhoff, die sich nicht mehr mit der Sinnfrage auseinandersetzt oder diese fuer ueberfluessig haelt, kann auch den nachwachsenden Generationen kein unerlaessliches Orientierungswissen mehr vermitteln. Sie projiziert allenfalls noch den Wunsch nach Sinnhaftigkeit und Erfuellung in die eigenen Kinder, welche dadurch allerdings nicht mehr als psychisch noch zu entwickelnde Wesen, sondern als "fertige" Menschen angesehen werden, die Erwachsenen gleichberechtigt, d.h. auf Augenhoehe, gegenuebertreten koennen. Nach Winterhoff ein fataler Fehlschluss. Winterhoff zaehlt zu denjenigen, die in den letzten Jahren essentielle Winke mit dem Zaunpfahl in die Bildungs- und Erziehungslandschaft werfen. Als Arzt und Kinderpsychologe weiss er, dass Kinder ihre Persoenlichkeit erst noch entwickeln muessen, indem sie ihr Verhalten von der sogenannten Erwachsenenwelt immer wieder bespiegelt bekommen in der wichtigen Zielsetzung sie in den Sozialisierungsinstanzen der Gesellschaft zu lebenstauglichen und gemeinschaftsfaehigen Individuen zu erziehen. Fazit: Lesen Sie dieses Buch! Buecher wie diese koennen vielleicht einen Beitrag dazu leisten, das Ruder noch einmal herumzureissen.
Wo bleibt hier der Respekt vor unseren Kindern? November 2, 2008 C. Klingenberg 4 aus 16 fanden die folgende Rezension hilfreich
Der daenische Familientherapeut Jesper Juul sagte einmal: "Kinder sind nicht gleichberechtigt, auch nicht gleich, aber gleichwuerdig." Das heisst, man muss ihnen mit genauso viel Respekt gegenuebertreten wie einem Erwachsenen. Und dieser Respekt beginnt bei der Sprache. Den Begriff "Tyrann" finde ich hier voellig abwertend und unpassend. Laut Duden bedeutet er doch "Gewaltherrscher". Soll das die richtige Bezeichnung fuer ein weinendes Kleinkind sein? Alle Eltern, die sich trotz dieses Buches von ihrem Bauchgefuehl leiten lassen, haben meine vollste Unterstuetzung! Gewiss mag dieser Weg manchmal anstrengender sein! Aber ist es nicht genauso anstrengend, seine Verbote gegen ein weinendes, jammerndes Kind durchzusetzen; mit dem Ergebnis, dass es irgendwann kein Vertrauen mehr zu seinen Eltern hat? DANN ist dieses Kind ganz sicher ein Fall fuer die Praxis eines Psychologen.
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