Das Imperium der Schande: Der Kampf gegen Armut und Unterdrueckung | 
vergrössern | Autor: Jean Ziegler Urheber: Jean Ziegler, Dieter Hornig Verleger: Goldmann
Kaufen Neu: EUR 8,95
Neu (62) Gebraucht (3) ab EUR 8,66
Bewertung: 17 Rezensionen Verkaufsrang: 4819
Medium: Broschiert Seiten: 345 Versandgewicht: 0.7 Maße (innen): 7.2 x 4.9 x 0.9
ISBN: 3442155134 EAN: 9783442155132 ASIN: 3442155134
Publikation: Mai 13, 2008 Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
| |
| Auch erhältlich in:
|
| Ähnliche Artikel:
|
| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Jean Ziegler will unsere Aufmerksamkeit einmal auf ein anderes Imperium lenken, als das, welches die USA derzeit aufzurichten versuchen, naemlich auf das, welches nach seinem Dafuerhalten die Welt nach seiner Ueberzeugung schon laengst nach seinen alleinigen Regeln beherrscht: das Imperium der grossen, transnationalen Konzerne. Und eben die macht er deshalb auch verantwortlich fuer die Unterdrueckung, die Armut und den Hunger in der Welt. Der Autor geisselt dieses Imperium der Schande in dem unvergleichlich harschen Ton, den wir von ihm schon aus seinen vorherigen Veroeffentlichungen wie Wie kommt der Hunger in die Welt oder Die neuen Herrscher der Welt kennen. Auch diesmal wird man schwerlich einen Zwischenton finden: Gut oder boese - allein in diese Kategorien sortiert Ziegler die global agierenden Wirtschaftslenker ein. Das heisst: Eigentlich sind sie alle boese, weil in dem Weltmarkt, der nach den Spielregeln funktioniert, wie sie heute nun mal zu gelten scheinen, wohl nur die Boesen zum Zuge kommen. Und die sind getrieben von nichts als ihrer Gier: "Der einzige Antrieb dieser neuen Feudalherren ist die Anhaeufung groesstmoeglicher Profite in moeglichst kurzer Zeit, die kontinuierliche Ausdehnung ihrer Macht und die Beseitigung jedes sozialen Hindernisses, das sich ihren Dekreten widersetzt." Ziegler, immerhin Sonderbeauftragte der UNO fuer das Recht auf Nahrung, ist ein honoriger Mann, auch wenn man ihn in der Schweiz wegen seiner in Die Schweiz waeschst weisser erhobenen Vorwuerfe auch schon mal wegen Landesverrats ins Gefaengnis stecken wollte. Was bereits fuer seine aetzende Generalkritik am Schweizer Finanzsystem galt, gilt auch fuer Das Imperium der Schande: Trotz aller Vorbehalte, die man gegenueber der Art und Weise haben mag, wie Ziegler seine Kritik vortraegt -- in der Grundsubstanz ist sie leider nicht ganz unberechtigt. Auseinandersetzen sollte man sich mit ihr deshalb allemal! -- Andreas Vierecke
|
| Kundenrezensionen: Gelesen 12 mehr Rezensionen...
Scham und Schande Januar 2, 2009 Volker Wrusch (Rietberg Deutschland) Natuerlich werden nur diejenigen die Schande ueber die Ungerechtigkeit der Welt empfinden, die am wenigsten dafuer koennen und dann auch eher zu den Lesern dieses Buch werden. Alle anderen werden ignorant darueber hinweggehen oder ihre Eigensucht mit den Umstaenden rechtfertigen. Die neoliberale Weltordnung ist so selbstverstaendlich geworden, dass sie als zweite Natur erscheint ohne Alternative und Ausweg. Dagegen begehrt ZIEGLER auf und so ist das Buch zu empfehlen trotz aller Unzulaenglichkeiten, etwa die romantisierende Sprache, wenn er die Dritte Welt beschreibt. Aber er nennt auch ausdruecklich die Firmen, die mit ihrem Profitstreben die Gesundheit ausser Acht lassen, wie etwa Nestle, die Trockenmilch an Stillende Muetter vertreibt, das die Babys krank und die Familien arm macht. Mit geschickter Werbung wird die Muttermilch schlecht gemacht und die eigenen Produkte vermarktet. Er kritisiert die Tendenz, dass buchstaeblich alles im Kapitalismus zur Ware gemacht wird, damit es Profit abwirft. So werden zunehmend Pflanzen, Duengemittel und Tiere patentiert um damit Geld zu machen. Selbst Stickstoff aus der Luft wird als Medikament deklariert, damit es teurer verkauft werden kann. Die Schere zwischen arm und reich, zwischen erster und dritter Welt wird dadurch vertieft. Aber auch in Europa steigt sie Armut, was nicht zuletzt dadurch deutlich wird, dass Speisungen und Versorgung von Armen in Deutschland immer augenscheinlicher und verbreiteter werden.
Er hat ja so Recht, aber... November 18, 2008 Christian Sturm 7 aus 9 fanden die folgende Rezension hilfreich
...leider ist Jean Zieglers Analyse voellig falsch, denn er reduziert ein tatsaechlich vorhandenes und richtig erkanntes Problem auf eine gut-boese-Problematik, und damit wird er dem Problem ueberhaupt nicht gerecht. Eine der schaerfsten Systemkritiken, die ich bislang gelesen habe, stammt von Mersch in dessen Buch Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Ueber den Ursprung von Allem. Gemaess ihm hat die Natur drei verschiedene Systemebenen des Lebens hervorgebracht: Einzeller, Organismen (Mehrzeller, zu denen auch wir Menschen gehoeren) und neuerdings die Organisationssysteme (z. B. Unternehmen). Alle diese Systeme wollen vor allem eins: sich in ihren jeweiligen Evolutionsumgebungen selbsterhalten. Fuer die Unternehmen sind das die Maerkte, auf denen sie mit anderen Unternehmen um Kunden (und damit Ressourcen) konkurrieren. Und dabei verhalten sich Unternehmen genauso rational, wie wir das tun, wenn wir den Tante Emma-Laden links liegen lassen und stattdessen im preiswerteren Supermarkt einkaufen gehen. Praktisch jeder Vorteil wird genutzt werden, ja nicht nur das, er wird auf wettbewerbsorientierten Maerkten auch genutzt werden muessen, weil man sonst im Vergleich zu den Wettbewerbern leicht ins Hintertreffen geraten koennte. Das ganze hat also nichts mit Moral und Verschwoerung zu tun, sondern ist die zwangslaeufige Folge einer Marktlogik. Mersch macht nun allerdings darauf aufmerksam, dass diesbezueglich in den letzten Jahrzehnten eine gravierende Aenderung stattgefunden hat: Das vermehrte Aufkommen von global operierenden Konzernen, die nicht laenger durch ihr Heimatland kontrolliert werden koennen, sondern sich umgekehrt in einer Machtposition gegenueber den verschiedenen Nationen befinden. Das Machtverhaeltnis zwischen Staaten und Konzernen hat sich folglich umgedreht, und das ist ein Teil des Problems. Hinzu kommt, dass das neoliberale Paradigma des freien Marktes solchen Dinosauriern nun beliebige Handlungsfreiheiten gegeben hat, so dass man schon fast anzweifeln koennte, ob es der Menschheit jemals wieder gelingen wird, die Kontrolle zurueckzugewinnen. Lange Rede kurzer Sinn: Ziegler weist seinen Finger in die richtige Richtung, aber dadurch, dass er moralisch und nicht systemisch argumentiert, neutralisiert er seine Kritik quasi selbst. So, wie er argumentiert, werden wir dieses tatsaechlich vorhandene Problem sicherlich nicht mehr in den Griff bekommen.
Wie in einem schlechten Film: finstere Maechte sollen es sein Oktober 1, 2008 Sumi Miller 6 aus 10 fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission fuer das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, ruft zum Widerstand auf: Ueber zwei Milliarden Menschen leben in "absoluter Armut", wie es das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) nennt: ohne feste Einkuenfte, ohne regelmaessige Arbeit, ohne angemessene Behausung, ohne medizinische Versorgung, ohne ausreichende Ernaehrung, ohne Zugang zu sauberem Wasser, ohne Schule. ... Tag fuer Tag sterben auf unserem Planeten ungefaehr 100 000 Menschen an Hunger oder an den unmittelbaren Folgen des Hungers. ... Jahr fuer Jahr bringen Hunderte von Millionen schwer unterernaehrter Muetter Hunderte von Millionen unheilbar geschaedigter Saeuglinge zur Welt. ... Unzulaenglich ernaehrt, haben ihre Gehirnzellen bereits irreparable Schaeden davongetragen. ... Die Zerstoerung von Millionen Menschen durch Hunger vollzieht sich taeglich in einer Art von eisiger Normalitaet - und auf einem Planeten, der von Reichtuemern ueberquillt. ... Wie kann es sein, dass auf einem mit Reichtuemern gesegneten Planeten Jahr fuer Jahr Hunderte Millionen von Menschen Opfer von aeusserster Armut, gewaltsamem Tod und Verzweiflung werden? ... Die Gleichung ist einfach: Wer Geld hat, isst und lebt. Wer keines hat, leidet und wird invalide oder stirbt. Staendiger Hunger und chronische Unterernaehrung sind von Menschen gemacht. Verantwortlich fuer sie ist die moerderische Ordnung der Welt. Wogegen soll nach Zieglers Ansicht mobilisiert werden? Anstatt einmal zu klaeren, was Geld ist, was also den Inhalt der Macht des Geldes ausmacht, zieht Ziegler es vor, die Welt moralisch in gut und boese aufzuteilen. Die transkontinentalen Privatgesellschaften, die das maechtigste Kapital und die leistungsstaerksten Technologien und Laboratorien besitzen, die die Menschheit je gesehen hat, sind das Rueckgrat dieser ungerechten und todbringenden Ordnung. Wir erleben eine Refeudalisierung der Welt. Und diese neue Feudalmacht traegt das Antlitz der transkontinentalen Privatgesellschaften. Aber millionenfach verhungert wurde doch schon lange vor der sogenannten Globalisierung. War die alte internationale Wirtschaftsordnung denn besser? Warum nicht den Zweck der Marktwirtschaft kritisieren statt lediglich die Groesse des Kapitals? Ist der Manchesterkapitalismus ein Vorbild? Da gibt es bessere Buecher! Zum Beispiel: Michael Heinrich, Kritik der politischen Oekonomie: Eine Einfuehrung oder Hermann Lueer Warum verhungern taeglich 100.000 Menschen?
Ein unentbehrliches Buch mit schwacher Didaktik März 8, 2008 Kritischer Leser (Wien) 27 aus 28 fanden die folgende Rezension hilfreich
Anspruchsvolle Auseinandersetzung mit den Kosmokraten der Welt, den Ursachen der globalen Armut und der beginnende Widerstand dagegen. Teilweise beklemmende Wahrheiten, die einem gelegentlich auch die Wut hochtreiben. Interessante Zahlen zur Weltoekonomie. Ziegler nennt dankenswerterweise die Ursachen der Armut und des Hungers in der Dritten Welt beim Namen: die unermessliche Profitsucht der Grosskonzerne, der Industrielaender, unsere eigene! Dafuer gehen taeglich hunderte Menschen zu Grunde, dass einige wenige in unvorstellbarem Luxus leben koennen. Er belegt das mit Zahlen, die betroffen machen. Allerdings schafft Ziegler es oft und oft nicht, seine Kernaussage beim Kragen zu packen und festzuhalten: es folgen oft wichtige Aussagen unkommentiert aneinandergereiht, dazwischen Zahlenbeispiele, dazwischen andere Beispiele, sodass die Kernaussage abgeschwaecht wird und nicht aufgearbeitet werden kann. Die Rueckblende auf die Franzoesische Revolution und die Menschenrechte ist gut und schoen, eine geordnete Aufarbeitung der Ursachen und Folgen der Armut z.B. in Suedamerika waere effektiver.
Imperium der Schande Januar 16, 2008 Thomas Roithner 4 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich
Jean Ziegler zaehlt zu den Menschen, die aus der Debatte um die Zukunftsfaehigkeit von Politik und Wirtschaft im Sinne einer moeglichen anderen Welt nicht mehr wegzudenken sind. Dass mehr als 10 Millionen Kinder unter fuenf Jahren pro Jahr an Unterernaehrung, Seuchen und Wasserverschmutzung sterben, dies ein organisierter Mangel ist und damit als Massenvernichtungswaffe wirkt, ist eines der zentralen Aussagen von Zieglers neuem Werk. Beileibe nicht frei von Aerger, Zorn und Emotion zieht Ziegler nicht nur publizistisch, sondern auch in seiner Funktion als Sonderberichterstatter fuer das Recht auf Nahrung der UNO gegen die neuen Feudalherren zu Felde. Die Emotion ueber die 1,8 Milliarden Menschen, die auf unserem Planeten von weniger als einem Dollar taeglich und damit in absoluter Armut leben befreit Ziegler aber nicht davor, seine Schlussfolgerungen umfassend durch Zahlen, Daten, Fakten und persoenliche Erfahrungen zu untermauern. Der von Ziegler beschriebene organisierte Mangel ist ein Krieg von nicht mehr zeitweiliger Erscheinung, sondern ist permanent. Dies geht fuer Ziegler mit dem Faktum Hand in Hand, dass die Ruestungsausgaben 2004 1000 Milliarden US$ ueberschritten und die Nettogewinne der 7 groessten US-Erdoelfirmen in den ersten 6 Monaten 2004 um 43 % angestiegen sind. Das Imperium der Schande ist in der Tat eine Waffe im Kampf gegen eine Weltordnung (...), die keinen anderen Wert mehr kennt als den nackten Profit. Es liegt an uns, sie auch gewaltfrei zu gebrauchen. Thomas Roithner Quelle: Friedensforum, Hefte zur Friedensarbeit, Heft 7-8/2005, Seite 18.
|
|
|