Suhrkamp BasisBibliothek (SBB), Nr.26, Geschichten aus dem Wiener Wald: Volksstueck in drei Teilen | 
vergrössern | Autor: Oedoen Von Horvath Urheber: Oedoen Von Horvath, Dieter Woehrle Verleger: Suhrkamp
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Bewertung: 3 Rezensionen Verkaufsrang: 468
Medium: Taschenbuch Ausgabe: Neuauflage. Seiten: 167 Versandgewicht: 0.3 Maße (innen): 6.9 x 4.5 x 0.6
ISBN: 3518188267 EAN: 9783518188262 ASIN: 3518188267
Publikation: September 30, 2008 Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
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"Unser Leben ist Arbeit - ohne sie haben wir kein Leben mehr" September 30, 2008 Alexa (Norden) 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch "Geschichten aus dem Wiener Wald" (Oedoen von Horvath) sollte ich als Schullektuere lesen. Es ist ein Volksstueck in 3 Teilen, in dem es um Dummheit und Liebe, Liebe und Verstand, geht. Marianne, die sich an ihrem Verlobungstag in einen anderen verliebt, laesst sowohl ihren Verlobten als auch ihren Vater stehen und folgt Alfred, von dem sie denkt, dass er ihre grosse Liebe ist und dass sie sich in ihm entfalten koennte. Doch es kommt anders. Unueberlegtheit wird bestraft; bald sind die Gefuehle verflogen, in der Beziehung kriselt es und Marianne merkt, dass sie sich in Alfred getaeuscht hat. Das neugeborene Kind wird vernachlaessigt, weil beide mit sich selbst beschaeftigt sind, Mariannes Vater will nichts mehr von seiner Tochter wissen und erst recht nicht als Grossvater bezeichnet werden... Der Titel des Volksstuecks ist angelehnt an den Walzer "Geschichten aus dem Wiener Wald" von Johann Strauss und wird mehrfach im Stueck erwaehnt. Es ist sehr hilfreich, die Wiener Walzer dieses Komponisten zu hoeren, waehrend man liest. So fuehlt man sich in die dargestellte Zeit hineinversetzt und es kommt eine komplett andere Stimmung auf. Was mich an dem Stueck beeindruckt hat, ist die Mehrdeutigkeit der Saetze des Autors. Sein ganz persoenlicher Schreibstil laesst Charaktere erwachen und wieder aus der Szene treten. Allerdings stoerte so manche beleidigende Ausdrucksweise wie "Mistvieh" und "Dirne", was nicht allzu tragisch gewesen waere, haetten die Personen sich dies ins Gesicht gesagt. Doch sie beluegen sich; sie sind scheinbar Freunde und laecheln sich zu, doch kaum hatte sich der andere umgedreht, wird hinter seinem Ruecken gelaestert. "Geschichten aus dem Wiener Wald" hat mir so einiges vor Augen gefuehrt, sowohl die guten als auch die schlechten Seiten des Lebens, wobei alles so realistisch dargestellt wird, dass jede Handlung glaubhaft erscheint. Meiner Meinung nach hat der Autor Respekt verdient fuer das, was er geleistet hat, vor allem, weil es alles andere als einfach war. Der Biografie im Anhang zufolge sind immer wieder Hindernisse aufgetaucht und haben ihn am Erfolg gehindert, ihn in Depressionen versetzt und verzweifeln lassen. Denn Schreiben war das einzige in seinem Leben, dem er sich mit vollster Seele gewidmet hat. Er hat fuer seine Leidenschaft gekaempft und das ist, wie ich finde, sehr bemerkenswert. Jetzt koennen wir seine Werke lesen und ueber das Leben nachdenken, sehen wie es damals war und -vielleicht- erkennen, dass man das Leben nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Oedoen von Horvath an F.Th.Csokor: "(...)Die Welt ist voller Unruhe, alles drunter und drueber, und noch weiss man nichts Gewisses! Man muesste ein Nestroy sein, um all das definieren zu koennen, was einem undefiniert im Wege steht! Die Hauptsache, lieber guter Freund, ist: Arbeiten! Und nochmals: Arbeiten! Und wieder: Arbeiten! Unser Leben ist Arbeit - ohne sie haben wir kein Leben mehr. Es ist gleichgueltig, ob wir den Sieg oder auch nur die Beachtung unserer Arbeit erfahren, - es ist voellig gleichgueltig, solange unsere Arbeit der Wahrheit und der Gerechtigkeit geweiht bleibt." (Geschichten aus dem Wienerwald, S.116, Z.3-13)
Ein fesselndes Buch! Dezember 1, 2007 Alexander Rieder Jun 2 aus 4 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich habe bereits "Jugend ohne Gott" von Oedoen von Horvath gelesen, und ich war sehr positiv ueberrascht, da dachte ich mir "Dann lese ich halt noch was von ihm." Die Suhrkamp Ausgabe kaufte ich mir, da ich immer gute Erfahrungen mit diesen kleinen bunten Buechlein gemacht habe, und wurde auch dieses mal nicht enttaeuscht. Der Kommentar ist ordentlich recherchiert, und die Kommentare zu ausgesuchten Textstellen sind auch sehr hilfreich. In "Geschichten aus dem Wienerwald" hat Horvath seine Figuren wieder einmal "zum Leben erweckt" und man kann sich sehr gut in die Dialoge hineindenken, es kommt einem beim Lesen fast so vor, als waere man selbst dabei. Von mir eine klare Kaufempfehlung!
Ein kleines Meisterwerk März 31, 2003 8 aus 15 fanden die folgende Rezension hilfreich
Horvath gehoert nach meiner Meinung zu den groessten deutschen Schriftstellern. Gerade mit den Geschichten aus dem Winer Wald hat er einen modernen Klassiker geschaffen.Sprachlich praezise wie kaum ein Zweiter, schafft er es, die Menschen in seinen Buechern ueber ihre Dialoge zu beschreiben. Sobald zwei Menschen bei Horvath miteinander -oder aneinander vorbei- reden werden sie lebendig, bleiben nicht nur Figuren in einem Stueck. Gerade so, als wuerden sie direkt neben uns wohnen.
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