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Lenin kam nur bis Luedenscheid. Meine kleine deutsche Revolution

Lenin kam nur bis Luedenscheid. Meine kleine deutsche Revolution

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Autor: Richard D. Precht
Urheber: Richard D. Precht
Verleger: Claassen Verlag

Kaufen Gebraucht: EUR 8,90



Gebraucht (4) Sammlerstück (1) ab EUR 8,90

Bewertung: 4.5 von 5 Sternen 6 Rezensionen
Verkaufsrang: 178740

Medium: Gebundene Ausgabe
Ausgabe: 1
Seiten: 350
Versandgewicht: 1.1
Maße (innen): 8.2 x 5.2 x 1.3

ISBN: 3546003810
EAN: 9783546003810
ASIN: 3546003810

Publikation: 2005
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
Zustand: [Lager]ungelesen, wegen leichter Lagerspuren als Maengelexemplar gekennzeichnet, insgesamt sehr guter Zustand, nur einmal Versandkosten pro Lieferung, Rechnung gerne auf Anfrage

Auch erhältlich in:

  • Broschiert - Lenin kam nur bis Luedenscheid: Meine kleine deutsche Revolution

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Kundenrezensionen:   Gelesen 1 mehr Rezensionen...

5 von 5 Sternen Staendige Veraenderung   Dezember 8, 2008
Horst Werner
1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

Precht erinnert sich in diesem interessanten und offen geschriebenen Buch an seine Kindheit und Jugend, an seine Eltern, Geschwister , seine Lehrer und wie man in linken Kreisen so lebte in den siebziger Jahren in der alten BRD. Dieses Jahrzehnt begann hoffnungsvoll und war zunaechst gepraegt von Aufbruchstimmung, Zukunftsglauben und Zuversicht sowie dem Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit, Versoehnung und Humanitaet.
Zum Ende des Jahrzehnts war die "vorrevolutionaere Zeit" vorbei, es herrschte Katerstimmung und ein neuer kalter Krieg kuendigte sich an. Die Gruenen formierten sich und politisch ging es nun um Oekologie und die Friedensfrage.
Spaeter kuendigt sich die Globalisierung an und ein gewisser Niedergang ist zu verzeichnen. Anfangs des neuen Jahrhunderts stellt der Autor fest, dass die Strassen seiner Heimatstadt schlechter werden, kein Geld im kommunalen Beutel ist und die Kanalisation an einen US-Konzern verpachtet wird, fuer die naechsten hundert Jahre.
Heute sind diese "hundert Jahre" quasi schon vorbei, der US-Konzern wird "Heuschrecke" genannt und ist selbst pleite.
Als Erwachsener resuemiert Precht, dass die Hoffnungen auf eine fortschrittliche, bluehende und sozialistische Republik begraben worden sind. Und "links" zu sein, sei heute das Gefuehl, definitiv nicht rechts zu sein. Er wuerdigt die Bewegung von 68 und stellt fest, dass die Probleme , denen sich diese Bewegung stellte, immer noch praesent sind. So leiden 840 000 000 Menschen in der Welt an Hunger, etwa 6 Millionen Kinder unter fuenf Jahren sterben Jahr fuer Jahr an Unterernaehrung.
Macht sich darueber heute noch jemand in Deutschland Gedanken ?

Vieleicht, so schreibt der Autor, ist es von Vorteil, dass in Deutschland heute mehr gefragt als vorschnell geantwortet wird.
Andererseits, wer gibt denn die Antworten? Ist noch jemand verantwortlich fuer die schnelle Abfolge der Krisen?

In diesem Buch werden keine Antworten gegeben. Es ist keine Anleitung zum handeln.
Es regt zum nachdenken an ueber die Vergaenglichkeit oder auch Bestaendigkeit politischer Bewegungen und Systeme, persoenlicher Einstellungen und wie Zeitgeist und Familie uns alle praegen.
Nicht besonders verwundert stelle ich also fest, dass heute wieder ein anderer Wind weht, als vor drei Jahren, als dieses Buch erschien.
Man kann sich also auf eines verlassen: alles aendert sich unaufhoerlich.



5 von 5 Sternen Super....und doch bleiben Fragen offen!   September 24, 2008
Bergstroem (Muenchen)
1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

ich teile die Meinung meiner Vorschreiber in beinahe allen Punkten. Und doch moechte ich zwei Ergaenzungen beitragen.

Fuer mich kommt der Punkt Pubertaet ein wenig zu kurz. Precht schreibt hierzu lapidar: ...fand einfach nicht statt. Gerade diese Umstaende schreien doch geradezu nach Widerstand gegen die Eltern. Wenn ich mir vorstelle: Alle fahren in das Phantasialand, Bruehl und Prechts duerfen nicht mit; gehen stattdessen zum Unterricht in die Paralellklasse. Ich haette getobt. Er nimmt es einfach hin. Schwer, wirklich sehr schwer nachvollziehbar.

Im Uebrigen hat mich das Buch ein wenig traurig zurueckgelassen. Es kommt fuer mich so rueber als waeren Prechts Eltern von der Realitaet schliesslich rechts und links ueberholt worden. Schade fuer Menschen, die derart engagiert fuer Ihre Ideale, was immer man davon halten mag, eingetreten sind.

Ich bin zur selben Zeit aufgewachsen und dieses Buch hat mich sehr aufgewuehlt. Es wird mich noch eine Weile beschaeftigen. Danke!



3 von 5 Sternen Bei den Sponits nichts neues   August 17, 2008
W. Petersen
5 aus 25 fanden die folgende Rezension hilfreich

Vorneweg: Der Autor ist Publizist; also kann er schreiben. Und recherchieren kann er auch. Was er nicht kann, ist dem Leser nachvollziehbar zu erklaeren, warum seine Mutter die Familie erlassen hat und warum die Grossmutter Selbstmord beging.

Zur linksalternativen Szene gibt es ueber die Aufzaehlung verdienter Solinger Kommunisten hinaus nichts neues zu erfahren.

Neben schoenen oder verstoerenden Kindheits- und Jugenderinnerungen bleibt nur das vage Gefuehl, dass die Luegengebaeude in Familien aller Couleur auf dem gleichen Bauplan beruhen.



5 von 5 Sternen Sensationell, nur das trifft es.   August 4, 2008
Tanja Hiller (Schleswig-Holstein)
11 aus 15 fanden die folgende Rezension hilfreich

Wenn ein Buch mich durch Inhalt UND Sprache zu 100% beruehrt, umwirft, staunen laesst, wird es mein `Jahreslieblingsbuch` und in den kommenden 12 Monaten jedem meiner geburtstagenden Freunde und Bekannten geschenkt.

2008 ist es dieses Buch. Voellig konkurrenzlos.

Besonders beeindruckt hat mich, wie viele Emotionen der Autor aus seiner Kindheit erinnert. Und wie viele Alltagsdetails ihm im Gedaechtnis geblieben sind.

LESEN, LESEN, unbedingt LESEN!



5 von 5 Sternen Wie von einem anderen Stern - und doch nebenan.   September 30, 2007
Zabou1964 (Krefeld)
74 aus 75 fanden die folgende Rezension hilfreich

Richard David Precht ist im selben Jahr wie ich geboren. Er wuchs in Solingen auf, das nicht weit von Krefeld, meinem Heimatort, entfernt liegt. Und doch scheint es mir, als sei er auf einem anderen Stern aufgewachsen.

Seine Eltern sind stark links orientiert, meine Eltern waren eher konservativ. Natuerlich habe ich die meisten Sachen, die er beschreibt, auch mitbekommen, aber aus einem ganz anderen Blickwinkel. Und genau das hat das Buch fuer mich ausserordentlich interessant gemacht.

Precht beschreibt das Leben in seiner Familie im beschaulichen Solingen. Der Vater arbeitet als Designer, die Mutter kuemmert sich um drei eigene Kinder und zwei aus Vietnam adoptierte. Die Eltern gehoeren zur linken Szene und leben vollkommen anders: Die Kinder wachsen mehr oder weniger frei auf. Sie duerfen sich schmutzig machen, muessen ihre Zimmer nicht aufraeumen, etc. Aber: Sie duerfen nichts "konsumieren", was irgendwie kapitalistisch ist (also keine Cola, keine Micky Mouse, nicht mal Astrid Lindgren).

Precht beschreibt dies alles ausserordentlich interessant, mal humorvoll, mal nachdenklich. Er beschreibt die politischen Hintergruende so, dass sie nie langweilig werden. Der Vietnamkrieg, Terre des Hommes, die 68er Revolution und auch der Deutsche Herbst (Baader-Meinhoff) werden so erklaert, dass ich alles, was in meinem wohlbehueteten Elternhaus an mir vorueber rauschte, nachleben konnte.

Dieses Buch ist keine leichte Lektuere, ich habe oft innegehalten und nachgedacht. Und gerade deshalb kann ich es nur empfehlen.