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Die Tyrannei der Liebe: Perfekte Erziehung und die Ambivalenz unserer Gefuehle

Die Tyrannei der Liebe: Perfekte Erziehung und die Ambivalenz unserer Gefuehle

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Autoren: Caroline Thompson, Aus Dem Franzoesischen Von Ursel Schaefer
Urheber: Caroline Thompson, Aus Dem Franzoesischen Von Ursel Schaefer
Verleger: Kunstmann, Antje, Verlag

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Bewertung: 5.0 von 5 Sternen 2 Rezensionen
Verkaufsrang: 81266

Medium: Gebundene Ausgabe
Seiten: 192
Versandgewicht: 0.6
Maße (innen): 7.6 x 5.1 x 0.9

ISBN: 388897528X
EAN: 9783888975288
ASIN: 388897528X

Publikation: September 3, 2008
Versand: Sparversand
Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden

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Kundenrezensionen:

5 von 5 Sternen Ein hervorragender Essay, der einladend und mitfuehlend Eltern einlaedt, an der Beziehung zu ihren Kindern zu arbeiten   September 17, 2008
hasenpupspapa (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland)
9 aus 10 fanden die folgende Rezension hilfreich

Die Kindheit hat sich veraendert. Es sind weniger Kinder, die aufwachsen, oft als Einzelkinder, in bis zu der Haelfte der Faelle, besonders in Frankreich, wo die Autorin lebt, irgendwann nur noch mit einem Elternteil, weil bis zur Haelfte der Ehen irgendwann geschieden werden.
Eltern wollen es gut machen in der Erziehung und ihre Kinder lieben. Ja, sicher. Aber es gibt ein modernes Phaenomen in unseren Gesellschaften: auf der einen Seite verwahrlosen viele Kinder, lernen wenig bis gar nichts kennen von elterlicher Fuersorge und Liebe, und auf der anderen Seite werden zunehmend mehr Kinder mit elterlicher Liebe geradezu ueberschuettet. Der Rezensent ist selbst Vater eines fuenfjaehrigen Jungen und weiss, wovon er spricht, wenn er der Autorin zustimmt, dass eine Ueberbehuetung und der Hang zu einer perfekten Erziehung unsere Kinder abhaengig macht, sie nicht selbstaendig werden laesst. Schon andere haben schon oft darauf hingewiesen, zuletzt Jesper Juul in "Nein aus Liebe" (Koesel 2008), dass nur derjenige ein Ja aus Liebe zu seinen Kindern sagen kann, der auch gelernt hat, ihnen und auch dem Partner mit einem klaren Nein zu begegnen, wenn das noetig ist.
Vielen heutigen Eltern ist das nur schwer moeglich, weil sie selbst die dafuer noetige Reifung noch nicht abgeschlossen haben und noch nicht erwachsen sind. Deshalb halten sie, ohne es zu spueren, ihre Kinder in einer emotionalen Abhaengigkeit, erdruecken sie mit ihrer Liebe und reagieren auf jede eigene Regung des Kindes nach Selbstaendigkeit, Wut und Protest mit Abwehr und allerlei paedagogischen oder gar therapeutischen Massnahmen.

Caroline Thompson, nach Frankreich uebersiedelte Amerikanerin, arbeitet seit fuenfzehn Jahren in einer psychoanalytischen Privatpraxis mit Erwachsenen und Kindern. Ihr als Essay aufgebautes Buch will kein Ratgeber sein im eigentlichen Sinne, weil , wie sie in einem Interview sagte, Ratgeber suggerieren, das man dringend hilfsbeduerftig sei. Wenn man aber Elternschaft als eine Art Lehre ansehe, durch die wir hindurchgehen durch die ganze Zeit , bis die Kinder erwachsen geworden sind, dann sei es enorm wichtig, dass wir lernen, uns selbst zu trauen und zu vertrauen.

Sie macht Eltern mit diesem Buch Mut dazu, weil sie auch die geschichtlichen Zusammenhaenge aufzeigt und darlegt , wie es zum heutigen, problematischen Zustand der "Tyrannei der Liebe" gekommen ist.

Sie spricht von Freiheit fuer Kinder, die keine Grenzen mehr kennen. Aber nicht die Freiheit zu tun, was man will, sondern die Freiheit, jenseits der Bindung an die Familie eine Identitaet zu haben.
"Die Balance zwischen Liebe und Hass zu finden ist Voraussetzung fuer eine gesunde Beziehung. Es geht nicht darum, dass wir unsere Kinder weniger lieben sollen - doch wir muessen ertragen, dass sie uns nicht immer lieben koennen und uns manchmal sogar verabscheuen."

Ein Buch, dass man allen Eltern und denen, die es werden wollen nur zur genauen Lektuere empfehlen kann.



5 von 5 Sternen Wenn Eltern zu sehr lieben   September 4, 2008
Thorsten Wiedau (Hamburg)
0 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich

WENN ELTERN ZU SEHR LIEBEN von Caroline Thompson behandelt ein heikles Thema - die Mutter-/ und Elternliebe, welche seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert eine voellig veraenderte Qualitaet erhalten hat und gerade heute dazu fuehrt, dass sich Liebe in Kontrolle und Ohnmacht verwandelt - ein starkes Buch fuer Eltern die es genau wissen wollen.


Das Buch besticht durch eine geschichtlich sehr interessante herangehensweise zum Thema Liebe zu Kindern - denn vor 200 Jahren sah es mit der Liebe zu seinem Nachwuchs noch ganz anders aus - erst durch eine Syphilisepedemie wurde die unbeabsichtigt die Liebe zum eigenen Nachwuchs Dank des Stillens in die Welt gebracht.

Das Buch behandelt zudem viele Faelle, von denen die meisten ausreichend und anhand vieler Beispiele dargestellt wurden.

Kinder muessen als Erwachsenersatz herhalten, werden geschlagen und bedroht und stehen oft als Platzhalter fuer den Ehepartner oder die Grosseltern. Wenn zudem Liebe zu Gewalt wird, sollte man sich umgehend an die Erziehungsberatungsstellen der Jugendaemter wenden.

Das Buch gibt kompetenten Rat und Hilfe und verweist auf viele vorliegende Faelle, welche abgehandelt werden.

Familie, Abhaengigkeiten, Gefuehle, Rollenkonfusion und der unausrottbare Mythos des perfekten Kindes, sind nur einige der sehr guten Kapitel in diesem Buch.

Sehr empfehlenswert!