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Lob der Disziplin: Eine Streitschrift

Lob der Disziplin: Eine Streitschrift

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Autor: Bernhard Bueb
Urheber: Bernhard Bueb
Verleger: Ullstein Tb

Kaufen Neu: EUR 8,95



Neu (73) Gebraucht (7) ab EUR 6,50

Bewertung: 3.5 von 5 Sternen 63 Rezensionen
Verkaufsrang: 1207

Medium: Broschiert
Seiten: 173
Versandgewicht: 0.4
Maße (innen): 7.5 x 4.7 x 0.6

ISBN: 3548369308
EAN: 9783548369303
ASIN: 3548369308

Publikation: April 1, 2008
Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden

Auch erhältlich in:

  • Gebundene Ausgabe - Lob der Disziplin: Eine Streitschrift

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  • Lob der Schule: Sieben Perspektiven fuer Schueler, Lehrer und Eltern

Redaktionelle Rezensionen:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Disziplin, so hat die Erfahrung den langjaehrigen Schulleiter des Internats Salem, Bernhard Bueb, gelehrt, ist das Tor zum Glueck. Sie, so seine These, bildet das Rueckgrat einer jeden guten, das heisst: gelingenden Erziehung. Erst durch sie und mit ihr der Faehigkeit, Autoritaet (und Autoritaeten) anzuerkennen, auf die unmittelbare Befriedigung eines jeden Beduerfnisses zu verzichten und Verantwortung zu uebernehmen, werden junge Menschen in die Lage versetzt, ein tatsaechlich selbstbestimmtes Leben zu fuehren -- was ja unbestritten eines der vorrangigen Ziele von Erziehung darstellt.

Seiner Streitschrift, die dem ueberkommenen Laisser-faire-Leitbild der 68-erPaedagogen das Scheitern attestiert, hat der Autor einen Fontane-Vers vorangestellt, der den Kern seines Erziehungskonzepts auf den Punkt bringt: „Freiheit freilich. Aber zum Schlimmen. / Fuehrt der Masse sich selbst Bestimmen. / Und das Kluegste, das Beste, Bequemste / Das auch freien Seelen weitaus Genehmste / Heisst doch schliesslich, ich hab's nicht Hehl: / Festes Gesetz und fester Befehl!“

Manches Elternohr wird bei solchen Worten erroeten. Und dies aus guten Gruenden. Das weiss natuerlich auch Bernhard Bueb, der auch um die Ursache fuer solcherlei Unbehagen nur zu genau weiss: Zutiefst erschuettert wurde die paedagogische Kultur in Deutschland durch den Nationalsozialismus, der im Anschluss an den Kadavergehorsam der kaiserlichen Kadettenanstalten Begriffe wie Disziplin und Autoritaet in der paedagogischen Praxis vollends pervertierte. Die 68-er-Paedagogik war der Pendelschlag in die Richtung des anderen Extrems, der scheinbar voelligen Beliebigkeit. Gegen diese Beliebigkeit zieht Bueb bei aller Irritation, die seine provokant klingenden Thesen bei vielen Lesern hervorrufen wird, mit guten Gruenden zu Felde. Wir wuenschen dem Autor jedenfalls, dass sein Lob der Disziplin eine heftige Debatte ausloest. Schliesslich ist das der Sinn einer jeden „Streitschrift“. Aus unserer Sicht jedenfalls: Unbedingt lesenswert! -- Hasso Greb


Kundenrezensionen:   Gelesen 58 mehr Rezensionen...

1 von 5 Sternen Als Bueb noch ein Buebchen war ...   November 20, 2008
Karl-Heinz List (Uelzen)
da war die Welt fuer ihn noch in Ordnung. Er besuchte ein katholisches Internat und schwaermt noch heute von seiner eigenen Schulzeit. Er redet mit Begeisterung von der 40-taegigen Fastenzeit nach dem Aschermittwoch, von der Enthaltsamkeit, den guten Taten und die innere Laeuterung, was immer das sein mag. Das alles, so Bueb, sollte man heute wieder einfuehren (mir graust es davor - ich bin selbst katholisch erzogen worden). Bueb sagt klar und deutlich, was er meint: Eine schristliche Erziehung mit dem "Mut zur Strenge". Er fordert Unterordnung und absoluten Gehorsam. Das sei durch die Liebe zu den Kindern legitimiert. Bueb fordert die Erzieher auf, endlich mit den Diskussionen aufzuhoeren:

"Von den Erwachsenen wird im beruflichen Alltag erwartet, dass sie sich unterordnen, ob sie es einsehen oder nicht. In welchem Betrieb wuerde es einem Arbeitnehmer einfallen, eine Anordnung mit dem Meister oder Abteilungsleiter zu diskutieren?"

Bueb steht mit dem Ruecken zur Realitaet. Unternehmen brauchen schon lange keine Ja-Sager mehr, sondern selbstbewusste Leute, die ihre Arbeit selbstaendig machen, Verantwortung uebernehmen, eigene Ideen haben und dem Chef widersprechen, wenn es notwendig ist. Bueb ist ein Mann von gestern, dem die "Ordnung" ueber alles geht.
Bei Bertolt Brecht heisst es in den Fluechtlingsgespraechen:

"Der ordentlichste Mensch, den ich im Leben kennengelernt hab', war einer namens Schiefinger im Lager Dachau, ein SS-Mann ... Wenn er uns mit der Lederpeitsch gepruegelt hat, ist er so gewissenhaft vorgegangen, dass die Striemen, die er verursacht hat, ein Muster ergeben haben, das jeder Untersuchung mit'm Millimetermass haett standhalten koennen. Der Ordnungssinn ist so in ihm dringesteckt, dass er lieber nicht gepruegelt haett, als unordentlich zu sein."

Im Nachwort schreibt Bueb: "In der Paedagogik gibt es keine neuen Erkenntnisse." Jedenfalls nicht fuer Bueb.




1 von 5 Sternen Obsolet und populistisch   November 9, 2008
A. Wulf
Was mich unwahrscheinlch aergert ist, dass hier ein Buch zu einem Bestseller wird, dessen Autor am aktuellen Stand der Wissenschaft vorbeiargumentiert. Wie kann es sein, dass implizit immer noch der autoritaere Erziehungsstil dem Laissez-faire entgegengestellt wird. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass beide Erziehungsstile negative Auswirkungen haben - sowohl auf kinder und Jugendliche, als auch auf Erwachsene.

Der autoritative Stil hingegen konnte sich immer noch nicht im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen und er wird haeufig mit dem autoritaeren verwechselt. Bei diesem Stil geht es um eine Erziehung oder auch Gruppen-Leitung, die mit viel Lenkung, aber eben auch mit viel Waerme arbeitet. Es werden hohe Erwartungen gestellt, aber eben immer mit einer bewussten "Teilnehmerorientierung" und starker Responsivitaet.

Ich bin sicher, dass diese Erkenntnisse nicht an Herrn Bueb vorbeigegangen sind - doch laesst sich mit weniger Polemik genauso viel Geld verdienen, bzw. der gleiche Grad an Aufmerksamkeit erzielen?



4 von 5 Sternen Die Zeit ist noch nicht reif...   Oktober 30, 2008
Rudolf Stiegelmeyr
Der Autor (Bueb) versucht mit seinem Buch "Lob der Disziplin", erfolgreichen alten Erziehungswerten wieder jenen Stellenwert zu geben, der mit der "Wohlfuehl-Padagogik" der Post-68er-Generationen vollkommen pervertiert wurde. Ungluecklicherweise soll sein gefordertes (und durchaus richtiges) Umdenken ausgerechnet an der Stelle ansetzen, welche die geforderten Werte dringend vorgelebt braeuchte. Stattdessen werden die Zoeglinge von Menschen "ansozialisiert", denen Autoritaet, Disziplin, Selbstbescheidung oder Verzicht zu Lehn- und nicht selten zu Fremdwoertern geworden sind.

Disziplinlose und autoritaetsfeindliche Leit- und mediale Vorbilder praegen weithin das Bild einer relativistischen und positivistischen Spass- und Konsumkultur. In einem solchen Klima kann kein Verstaendnis wachsen fuer den Wert von Disziplin und Autoritaet, geschweige denn von Verzicht und Selbstbescheidung. Aus diesem Grund laesst sich die humanistische Paedagogik der klassischen Erziehung auch nicht in ein Biotop setzen, dass den Grundwerten, welche diese Erziehung tragen und letztlich legitimieren sollen, diametral entgegen spricht. Die Gesellschaft muss zuerst reif werden fuer die alten und ungluecklicherweise kaum mehr lesbaren Werte. Gleichzeitig, und auch das ist ein Ergebnis dieser Ursachenforschung, muss ein Korrektiv eingebaut werden, welches diese Werte vor einem erneuten Missbrauch (Disziplin um der Disziplin willen, was in Kadavergehorsam muendet) schuetzt. Leider sind dazu weder die gesellschaftlichen noch die politischen Instanzen heute in der Lage, weswegen die Warnungen dieses Buches wie viele davor erneut ungehoert verhallen werden. Nicht Disziplin und Autoritaet sind gefragt, sondern Mitspracherechte und kriterienlose Toleranz.



5 von 5 Sternen Ein Lob aus dem Lager der Erziehenden   Oktober 23, 2008
Weisswurstschlumpf
2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich

Ich habe soeben die Lektuere von "Lob der Disziplin" beendet. In meiner Unterrichtstaetigkeit im Bereich Ausbildung habe ich zunehmend mit all den persoenlichen Defiziten von jungen Menschen zu tun, die Bueb beschreibt. Viele Jugendliche haben in vorhergehenden Sozialisierungsinstanzen nicht gelernt ihre eigene Beduerfnisbefriedigung um einer Lern- oder Arbeitsaufgabe willen zu vertagen und sie kaempfen entsprechend um ihre vermeintliche Freiheit. Oft werden Ausfluechte gesucht, warum das Erbringen einer Leistung unzumutbar sei.
In der Vermeidung von Anstrengung und Disziplin zementiert der junge Mensch aber sein Verbleiben in Leistungsschwachheit und Unfreiheit.
Das ist wohl die zentrale Botschaft dieses Buches. Positiv formuliert: Durch Disziplin und daraus erwachsende Selbstdisziplin kann der Jugendliche sein Leistungspotential ueberhaupt erst entfalten und dabei auch Glueck empfinden, zum Wohle seiner selbst und seiner Umwelt.
Neben der Disziplin finden weitere Tugenden Beachtung, wie z. B. Hilfsbereitschaft, allgemeine Umgangsformen, Verantwortungsbewusstsein - Bereiche, in denen ich im Ausbildungsbereich mit immer groesseren Defiziten bei 16- bis 21-Jaehrigen konfrontiert bin.
Bueb geht es immer wieder auch um die Rolle und Aufgabe der Erzieher beim Hinfuehren der Jugendlichen zu diesen Tugenden, vor allem zur Selbstdisziplin und damit letztendlich zur Freiheit. Das diese Aufgabe schwierig ist, ist allen klar, aber ich denke ich darf auch im Namen vieler meiner Kollegen sprechen, wenn ich sage: Bueb hat die Notwendigkeit aber auch Schwierigkeit gelingender Erziehung im fruehen 21. Jahrhundert mit stringenter Logik, glaubwuerdiger Erfahrung und Einfuehlungsvermoegen vertreten.

Seinem durchaus gut begruendeten Ruf nach Ganztagesangeboten im Bildungsbereich kann ich indessen nicht ganz beipflichten - u. a. deswegen, weil ich eine breite gesellschaftliche Konsensfindung ueber die Lobwuerdigkeit der Disziplin und damit eine flaechendeckende Umsetzung in Bildungseinrichtungen fuer ausgeschlossen halte.

Insgesamt ein wertvoller Beitrag auf dem Buchmarkt der Beliebigkeiten im Erziehungssektor. Die Lektuere hinterlaesst den nachhaltigen Eindruck "gesunden Menschenverstand" gelesen zu haben. Und das ist eine Wohltat.



5 von 5 Sternen Das bringt (fast) alles auf den Punkt!   September 7, 2008
Kasperle (Hessen)
2 aus 3 fanden die folgende Rezension hilfreich

Sehr geehrter Herr Bueb, danke fuer dieses Buch!
Danke, dass sie jahrelang ausprobiert haben, was NICHT geht, und es uns heute schreiben!

Seitdem ich vor 16 Jahren "Der kleine Tyrann" von Jirina Prekop gelesen hatte, war mir der Irrweg der Antiautoritaeren Erziehung und deren Spielarten klar. Ich wusste, dass Kinder Halt und Richtlinien wollen, was in der Erziehung "geht" und was "nicht geht", aber dieses Buch hat den Horizont noch einmal erweitert: Um dem Faktor Disziplin!

Ich habe das Gefuehl, der Kreis der Erkenntnis schliesst sich nun (wenigstens fuer mich):
1. Ich konnte ich es bisher nicht so schoen auf den Punkt bringen,
2. Ich habe ich mich nicht getraut, dazu zu stehen (Autoritaet und Disziplin ist ja so unpopulaer und nicht angesagt ... also "politisch inkorrekt")
3. Die Verbindung Freiheit - Disziplin war aeusserst erhellend fuer mich
4. Die Bildungsmisere, ueber die so viel geredet wird, erscheint ploetzlich verstaendlich (fuer mich ist alles klar, aber ich will mal bei dem dezenten "erscheint" bleiben)
5. Der eigene "innere Schweinehund" steht ploetzlich im Rampenlicht und wurde noch nie so gut verstanden wie heute. Ich betrachte mein gesamtes Leben aus diesem Blickwinkel und staune nur, wieviel mir auf einmal klar wird!
6. Man soll ruhig fordern. Von sich und seinen Kindern oder Schuelern. Am Anfang ist da der Schweinehund, dann kommt nach der (von aussen aufgezwungenen) Disziplin die Selbstdisziplin und schliesslich die Gewoehnung. Dann tut es nicht mehr weh. Schliesslich ist das vormals Verhasste ein Beduerfnis geworden!
7. Der Faktor Disziplin enthaelt auch noch einen spirituellen Aspekt, der u.U. sogar dem Autor so nicht bewusst war.

Wie es mit allen grossen (bedeutenden) Dingen so zu sein pflegt: Sie sind einfach und banal. Jeder weiss es oder haette es wissen koennen. Aber der Eine versteht und der Andere nicht.
Diejenigen, die das Buch heruntermachen, duerfen wir getrost zu den Nichtverstehern zaehlen. Es wird ihnen auch nicht zu helfen sein, ausser durch eigene (u.U. leidvolle) Erfahrung.