Stilkunst: Ein Lehrbuch deutscher Prosa | 
vergrössern | Autor: Ludwig Reiners Urheber: Ludwig Reiners, Stephan Meyer, Juergen. Schiewe Verleger: C.H.Beck
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Medium: Gebundene Ausgabe Ausgabe: Voellig ueberarb. A. Seiten: 542 Versandgewicht: 1.8 Maße (innen): 9 x 6.1 x 1.6
ISBN: 3406349854 EAN: 9783406349850 ASIN: 3406349854
Publikation: Oktober 1, 2004 Verfügbarkeit: Gewoehnlich versandfertig bei Amazon in 24 Stunden
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Weichenstellung April 15, 2007 ET 7 aus 8 fanden die folgende Rezension hilfreich
Dieses Buch war das erste Buch, dass ich zum Thema Schreiben in die Hand gnommen habe. Eher zufaellig, denn ich habe es geschenkt bekommen und keine so rechte Lust auf die Lektuere. Ich hatte noch die Nase voll vom Deutschunterricht in der Schule. Heute muss ich dem Buch oder besser gesagt dem Autor dankbar sein. Mit der Lektuere dieser rund 500 Seiten wurde bei mir die Lust am Schreiben geweckt. Eine Lust die zum Fieber wurde. Ich habe meinen eigentlichen Beruf aufgegeben und habe begonnen zu schreiben. Heute, rund 22 Jahren lebe ich nach wie vor sehr gut davon und bin gluecklich mit meinem Beruf. Und ich bin ueberzeugt: Waere ich nicht auf dieses Buch gestossen, haette ich meine Passion nicht gefunden.
Ein Stern oder fuenf? Juli 29, 2006 Adriana 27 aus 42 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich habe mir dieses Buch in der Ausgabe von 1955 gekauft, aufgrund der guten Kritiken hier bei Amazon. Erst beim Lesen fing ich an, mich stark zu wundern: "Glanz und Elend der deutschen Sprache"... Fremdwoerter werden teilweise "Gastwoerter" genannt und Saetze wie: "Fremdwoerter fressen gute deutsche Woerter auf" sind keine Seltenheit! Anders gesagt: das Buch wurde noch waehrend dem Krieg veroeffentlicht. Vermutlich ist dieses Buch noch subtil ideologisch im Vergleich zu den anderen Buechern, die damals geschrieben wurden. Oder aber es wurde gekuerzt, gestrichen, zensiert. Ich moechte dem Autor wirklich nichts unterstellen, aber ich moechte doch betonen, dass die Ideologie in diesem Buch nicht nur am Rande vorkommt. Heinrich Heine wird fast ganz unterschlagen. Er habe sich zwar um die Leichtigkeit im Stil verdient gemacht, andererseits sei die Leichtigkeit doch nichts, worauf ein deutscher Mensch Wert legen muesse, das koenne man getrost den romanischen Huepfsprachen ueberlassen. Ausserdem sei Heinrich Heines Prosa "langweilig", jeder mittelgute Journalist koenne so schreiben... Ausgerechtnet langweilig soll Heines Prosa sein? Das ist sie doch am allerwenigsten! Und ueberhaupt: was ist den deutsche Stilkunst im 20. Jahrhundert ohne: Rilke, Kafka, Thomas Mann, Musil etc.? Statt dessen liest man immer wieder Textbeispiele von Bismarck - er hat sehr gut geschrieben fuer einen Politiker, sicherlich. Aber ihn gleich als Non-plus-ultra unter den Stilisten hinzustellen ist seltsam. Es ist der Versuch, einen "modernen" Stil zu propagieren, der sich an Goethe orientiert - was schon ein Anachronismus ist - unter Vermeidung von Fremdwoertern. Wie absurd, denn Goethe hatte ueberhaupt keine Angst vor "Gastwoertern". Also: Als "Lehrbuch" wuerde ich Rainers Stilkunst sicher nicht empfehlen. Sehr interessant ist es dennoch: es bleibt nichts anderes uebrig, als sehr differenziert zu lesen und das ist ein viel bewussteres Lesen. Somit weiss ich eigentlich nicht, ob ich dem Buch nicht doch fuenf Sterne haette geben sollen, weil es mir so viel Anlass zum Nachdenken gegeben hat: ueber Zeitgeist, Stil und Geschichte. Es ist nicht das Buch, das ich erwartet habe, aber ich habe es nicht bereut, es gelesen zu haben. Die Textbeispiele sind teilweise ein Kuriositaetenkabinett... wirklich unterhaltsam.
Der deutsche Stil-Klassiker Oktober 18, 2003 Aurel Gergey (Zuerich) 12 aus 25 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ludwig Reiners' Stilkunst ist das bewaehrte, umfassende Lehrbuch fuer gutes, also lesbares Deutsch. 20 Lektionen, mit Kontrollfragen und Uebungen. Geeignet zum Selbststudium. Typischer Satz: Die deutsche Sprache ist ihren Anlagen nach aeusserst vielseitig, differenziert und ausdrucksstark - Reichtum und Wurzelhaftigkeit ihres Wortschatzes, Faehigkeit zur Neubildung, Logik der Betonung und Freiheit ihrer gesamten Gestaltung machen sie zu einer sehr kraeftigen und nuancenreichen Sprache.
Lehrbuch und Lesevergnuegen: Reiners "Stilkunst" Juni 27, 2003 CC (Muenster) 45 aus 48 fanden die folgende Rezension hilfreich
Aus der Vielzahl jener Leitfaeden zur Stilistik sticht Ludwig Reiners' „Stilkunst - ein Lehrbuch deutscher Prosa" noch immer hervor. Grundfragen von Satzbau und Wortwahl, Warnung vor immer wieder kehrenden Ungluecken des Schreibhandwerks und die Mittel dieses Handwerk zur Meisterschaft, vielleicht zur Kunst zu bringen, sind die Inhalte des Ratgebers. Das unterscheidet den Reiners nicht von Werken neueren Datums. Der Unterschied liegt in der Begruendung fuer eine Stilkunde: Wo moderne Lehrbuecher den Nutzen guten Stils in Beruf und Alltag anfuehren, sorgte sich Reiners zwei Jahre vor dem Ende von Krieg und Nationalso-zialismus um „Glanz und Elend der deutschen Sprache". Das macht in guter wie schlechter Hinsicht die Qualitaet der „Stilkunst" aus - die Vorzuege ueberwiegen bei weitem die Nachteile. Reiners Mission verlangt ihren notwendigen Raum. So kommt die „Stilkunst" nicht als schlankes Baendchen, sondern als Buch mit ueber 600 Seiten daher. Wenn man sich dennoch kaum ein Wort ungeschrieben wuenscht und kein Verdacht ausschweifenden Erzaehlens aufkommt, fragt man sich, ob auch die knapp 200 Seiten manch einer modernen Stilkunde alles Gebotene mitteilen. Denn: Reiners Wille auch in den Einzelheiten klar und anschaulich zu bleiben, immer ein illustrierendes Beispiel anzufuehren, diese Muehen eines Missionars lassen die „Stilkunst" so reichhaltig werden. Stuenden allgemeine Ratschlaege anstelle konkreter Anleitungen haette sie weit weniger Seiten gehabt. „Wer den Stil bessert, schult Denken und Charakter", behauptet Reiners und muss in der Bewaeltigung einer solchen Aufgabe hohe Massstaebe an sein Tun legen: Daher ist die „Stilkunst" mit umfassender Sachkenntnis und unterhaltsam geschrieben. Sie wird zum Lesevergnuegen, weil Reiners seine Ratschlaege beherzigt. Sprachwitz und uebersichtliche Gedankenfuehrung finden sich an Stelle zusammengestueckelter Uebersichten und Schautafeln. „Jedes Buch ist ein Zwiegespraech zwischen Autor und Leser", stellt Ludwig Reiners vor allem anderen fest - zu Beginn des Vorwortes - und dieser Einsicht verdankt auch die „Stilkunst" ihren groessten Vorzug: Sie dient dem Leser. Reiners will seine Sache vermitteln, sie lehren. Deswegen ist sein Lehrbuch klug gegliedert und fuers Verstehen, nicht zum Staunen geschrieben. Ueberfluessige Fachbegriffe und selbstgefaellig schwadronierende Saetze finden sich nicht. Plakative Aufmachung und den Leser betoerendes Begriffsklimpern fehlen. Die „Stilkunst" erklaert auf einfache und geistreiche Weise. Da Reiners „Glanz und Elend der deutschen Sprache" am Herzen liegen und „Denken und Charakter" hiervon abhingen, kann seine „Stilkunst" nicht ideologiefrei sein. Hierin liegen ihre Schwaechen. Dass Sprachschaeden Volksschaeden seien, mag man heute zu Recht nicht mehr hoeren. Dass der reiche bildungsbuergerliche Schatz, den Reiners darbietet, einseitig konservativ gepraegt ist, bedauert man. Dass die Diskussion um das Fremdwort arg verbissen gefuehrt wird, sieht man angesichts der englischen Woerterflut mit wachsender Nachsicht. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Kunde fuer alle, die die deutsche Sprache wirklich lernen wollen.
Ein tolles Buch Februar 3, 2003 23 aus 29 fanden die folgende Rezension hilfreich
Reiner beschreibt auf sehr amuesante, oft witzige, aber nie oberlehrerhafte Weise wie man schreibt. Wie man es gut macht zeigt sein Buch. Viele Schriftsteller, sei es von Sachbuechern oder Belletristik, sollten sich ein Beispiel daran nehmen.Reiners durchforstet den gesamten Bereich der Sprache. Von Fremdwoertern bis hin zur Polemik. Es ist kein Lehrbuch wie man schreibt, etwa in der Art des "creative writing". Reiners erklaert einem nicht was man sagen soll, sondern nur wie. Das macht er aber ganz ausgezeichnet. Die reichlich eingestreuten Beispiele zeigen einem wie man es nicht macht oder gerade wo die Meisterschaft von Autoren wie Goethe, Schiller, Lessing, Schopenhauer oder Grillpartzer lag. Das Buch krankt etwas an der Tatsache, dass es zwar sehr gut lesbar, aber sehr schwer umsetzbar ist. Grosse Disziplin und Willensstaerke sind noetig um jeden Ratschlag zu beherzigen. Allerdings ist dies vielleicht auch gar nicht noetig; man ist sicher schon weiter gekommen, wenn man einige Scharten auswetzt. Das einzig stoerende an dem Buch sind die Beispiele. Nicht ihre Existenz, sondern ihr Uebermass. Mitunter hat man den Eindruck ein ganzen Kapitel zu lesen, dass nur aus Beispielen, Zitaten oder Sotissen besteht. Dies macht es an manchen Stellen etwas zaeh. Davon abgesehen ein Buch, dass jeder lesen sollte der ab und zu etwas zu schreiben hat und seien es nur formelle Briefe.
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