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Freaks. 4 CDs

Freaks. 4 CDs

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Andere Ansichten:
Autor: Joey Goebel
Urheber: Joey Goebel, Charlotte Roche, Jan Josef Liefers, Feridun Zaimoglu, Cosma-shiva Hagen, Cordula Trantow, Hans M. Herzog
Verleger: Diogenes

Listenpreis: EUR 22,90
Kaufen Neu: EUR 17,99
Sie Sparen: EUR 4,91 (21%)



Neu (66) Gebraucht (4) ab EUR 15,90

Bewertung: 4.0 von 5 Sternen 9 Rezensionen
Verkaufsrang: 188879

Format: Audiobook
Medium: Audio CD
Ausgabe: Ungekuerzte Lesung.
CDs/DVDs: 6
Zahl Der Einzelteile: 4
Laufzeit: 260 Minuten
Versandgewicht: 0.2
Maße (innen): 5.6 x 5 x 0.5

ISBN: 3257800312
EAN: 9783257800319
ASIN: 3257800312

Publikation: Oktober 2006
Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
Zustand: NEU + OVP! Absolute NEUWARE! Der Artikel ist noch in Folie eingeschweisst! Versand aus Deutschland! -650-

Auch erhältlich in:

  • Broschiert - Freaks
  • Broschiert - Freaks

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Redaktionelle Rezensionen:

Aus der Amazon.de-Redaktion
Manchmal rastet Luster foermlich aus: zum Beispiel dann, wenn man sich ueber ihn, den Schwarzen, und seine Freunde von der Musikband „The Freaks“ lustig macht. Aber er tut es auf eine nur unterschwellig aggressive, entlarvende Art und Weise, im „Duell der Zungen“. So ist es auch diesmal, als Luster den coolen Schoenling am Nebentisch vor seinen Freunden blamiert, indem er immer, wenn der Schoenling etwas erwidern will, eine Karte aus der Hosentasche zieht, auf der genau das steht, was der Schoenling gerade sagen will. Indem er dem Schoenling seine banale Biografie herunterbetet, seinen gewoehnlichen Musikgeschmack vor Augen fuehrt, seine alberne Zukunft prophezeit. Am Ende muss der Schoenling von seinen Freunden getroestet werden. Und der Leser weiss: der Schoenling hat ein ganz und gar berechenbares Allerweltsalltagsleben. Und Luster und seine Freunde, die Freaks, eben nicht.

Joey Goebels Romandebuet Vincent war ein sensationeller Ueberraschungserfolg. Vielleicht ist das der Grund, warum der 26-jaehrige US-Autor und Leadsaenger der Punkrockband „The Mullets beschlossen hat, sein erstes Werk, ein Drehbuch, zum Roman Freaks umzubauen. In der Anlage merkt man dies dem Buch noch an: staendige, durch Kapitelueberschriften angekuendigte Perspektivwechsel und ein Schnitt-Gegenschnitt-Verfahren sorgen dafuer, dass die Spannung beim Lesen gehalten wird. Auch wirkt mancher Dialog, als sei er direkt Quentin Tarantinos Pulp Fiction entsprungen. Aber Goebel hat an der „Literarisierung“ seines Debuets gearbeitet und viel von der Psychologie seiner eigenwilligen Figuren in innere Monologe wandern lassen. Das ist dem Roman gut bekommen. Freaks ist eine rasante, politisch inkorrekte und dabei noch ueberaus musikalische Achterbahnfahrt durch das Leben einer 80-jaehrigen, staendig juenger werdenden Altersheiminsassin mit Sex-Pistols-T-Shirt an der Gitarre, einer bildhuebschen Rollstuhlfahrerin namens Aurora an den Drums, einer 8-jaehrigen, nur oberflaechlich suessen Goere am Bass, einem irakischen Ex-Soldaten auf der Suche nach seinem einstigen, von ihm verwundeten Gegner am Keybord und Luster, dem philosophierenden Afroamerikaner, als Saenger.

„Worte bringen es manchmal nicht rueber“, heisst es in Goebels polyphonem Roman: „oder nie“. Letzteres kann man nach der Lektuere dieses fulminanten Buchs getrost bestreiten. Freaks bringt fast alles rueber. Und das ist mehr, als man von den meisten zeitgenoessischen Romanen behaupten kann. --Thomas Koester


Kundenrezensionen:   Gelesen 4 mehr Rezensionen...

4 von 5 Sternen Die Geschichte einer wirklich coolen Band   September 22, 2008
Neil Jung
Sie sind etwas anders als die andern, jeder auf seine Art, und sie haben zusammen eine Band: Der sehr eloquente Schwarze Luster, der immer mit sich selbst spricht. Die 80jaehrige Opal, die im Altersheim schon etwas auffaellt. Die ziemlich verhaltensauffaellige 8jaehrige Ember. Der Iraner Ray, der einen amerikanischen Soldaten sucht, den er im Krieg angeschossen hat. Und die junge, huebsche Aurora, die sich mal als Stripperin versucht und dann wieder als Behinderte im Rollstuhl. Sie stehen ziemlich im Gegenwind, aber wenigstens gemeinsam. Und sie haben ihre Musik. Und ihr einziges Konzert wird doch ein rechter Erfolg, auch wenn es sehr kurz ist.
Goebel erzaehlt die Geschichte witzig und geradeaus. Gut gefallen hat mir auch die Konstruktion, dass die verschiednen Personen die Geschichte aus ihrer Sicht erzaehlen, in kurzen Abschnitten, auch mal ein Polizist oder eine Kellnerin.



5 von 5 Sternen Freaks   September 25, 2007
Julia Tulke (Berlin)
1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich

Nachdem ich erst vor kurzem das sensationelle "Vincent" gelesen hatte erwartete ich Joey Goebels Neuwerk sehsuechtig.
Ehrlich gesagt war ich von den ersten paar Seiten ein wenig enttaeuscht, ich hatte den unvermittelten, erzaehlerischen Sog vermutet, der mich an "Vincent" so begeistert hatte. Doch Seite fuer Seite begann das Buch eine aehnliche Wirkung auf mich zu haben. Die Geschichte und ihre Figuren sind einfach herrlich skurril: der durchgeknallten Luster, dem niemand glaubt, dass er keine Drogen nimmt, weil er den ganzen Tag existenzialistische Selbstgespraeche fuehrt, die maennermordende 80-jaehrige Opal, die destruktive 8-jaehrige Ember die jeden hasst ausser ihrer Band, die huebsche Ex-Stripperin Aurora, die freiwillig in einem Rollstuhl herumfaehrt um nicht mehr als Objekt der Begierde dazustehen und mein Liebling: Ray, ein Iraker der mit seiner Familie in die USA gekommen ist um den Soldaten zu finden, den er im Golfkrieg angeschossen hat weil er sich bei ihm entschuldigen will, den jedoch alle fuer schwul halten weil er staendig Maenner angafft, immer auf der Suche nach eine Kriegswunde.
Und all diese Protagonisten, die anderen Autoren wohl schon als Einzelerscheinung fuer ein ganzes Buch gereicht haetten treffen aufeinander, machen Musik und traeumen davon durch Ruhm endlich ihrem Alptraumalltag entkommen zu koennen. Als Embers Eltern vor den Problemen mit ihrer unberechenbaren Tochter in den Unrlaub nach Cancun fliehen bietet sich fuer die 5 die ideale Gelegenheit endlich zu proben. Sie verbringen einen Monat wie auf einer Insel und leben zusammen. Ein Bandname ist schnell gefunden, "The Freaks", passender ginge es gar nicht.
Schliesslich kommt die grosse Gelegenheit sich vor den tumben Massen der Kleinstadt in einem Club zu beweisen...

Die Schreibweise aus der Sicht der einzelnen Protagonisten und verschiedener Normalos, von Luster abwertend Humanoide genannt, die ihren Weg kreuzen schien mir anfangs zu gewollt, erwies sich aber im Endeffekt als perfekt fuer diese Geschichte. Vor allem im letzten Kapitel brilliert Goebel mit einer Sammlung an Epilogen in dem jeder der Protagonisten und der Autor selbst Stellung beziehen zu der Geschichte der "Freaks".

Einfach ein Wahnsinnsbuch fuer alle die Zynismus moegen und verstehen und sich nicht scheuen vor einer solchen abgedrehten Geschichte.



5 von 5 Sternen Was fuer ein Freak!   Februar 16, 2007
Nilaith (Reit im Winkl)
4 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich

Freaks war urspruenglich ein Drehbuch und wurde vom Autor zu einem Roman umgewandelt, nachdem niemand das Drehbuch wollte.
Schade. Denn als Film waere dieses Buch einmalig gewesen. Aber vielleicht haben wir ja glueck und es wird noch einmal verfilmt.

Dieses Buch strotzt nur vor Witz und Ironie. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und fantastisch gezeichnet.

Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem Empfehlen, der selbst ein wenig freaky ist oder Rock einfach liebt! Klasse!
Dennoch ist dieses Buch nichts zum einschlafen, da man doch dabei Nachdenken muss. Denn bei Joey Goebel schwingt immer eine spur Gesellschaftskritik bei.



4 von 5 Sternen Freakisch!   Januar 24, 2007
Der ZeitPunkt-Vorleser (Leipzig)
4 aus 4 fanden die folgende Rezension hilfreich

Im Jahre 1980 in Kentucky geboren hat Joey Goebel schon eine ganze Menge ausprobiert. Als Leadsaenger einer Punkrockband ist er durch Amerika getourt, ein Drehbuch hat er geschrieben und dann den formidablen, im Vorjahr beim Diogenes Verlag erschienenen Debuetroman Vincent". Mit Freaks", dem zum Roman umgeschriebenen Drehbuch, hat sich Goebel nun erneut auf der literarischen Buehne gemeldet. In dem beim Diogenes Verlag als Paperback erschienenen Buch widmet sich Joey Goebel der Musik und portraetiert eine mehr als ungewoehnliche Melange aus jung und alt. Luster, Aurora, Opal, Ember und Ray sind zwischen 8 und 80 und haben spuerbar den Groove, wenn sie durch die Lande ziehen, gesellschaftliche Dramen bewaeltigen und als Musiker nicht unbedingt das sind, was man erfolgreich nennt. In vielen knallbunten Episoden schweisst Joey Goebel sein ungleiches Handlungspersonal aneinander und laesst doch jedem der fuenf Protagonisten ein grosses Stueck Raum fuer diverse Eigenheiten. Goebel beweist mit seiner Prosa, dass er ungemein grosses Talent hat und solchen Herren wie John Irving oder gar Jerome David Salinger und Thomas Pynchon nachfolgen kann. Die Zeit zumindest wird es zeigen.


3 von 5 Sternen Mischung aus Kulturkritik und Hippie Botschaft   Dezember 2, 2006
Carl-heinrich Bock (Bad Nenndorf)
4 aus 6 fanden die folgende Rezension hilfreich

Joey Goebel, ein sehr junger Autor, 1980 in Kentucky geboren, hatte im letzten Jahr mit seinem Roman "Vincent" ein viel beachtetes Debuet. Der Roman "Freaks" entstand eigentlich vorher, wurde zunaechst als Drehbuch konzipiert, da dieses jedoch keinen Produzenten fand der es verfilmen wollte, hat Goebel es nachtraeglich in einen Roman umgewandelt, so dass wir jetzt in den Genuss eines sehr gut funktionierenden Romans kommen. Joey Goebel ist in einer Kleinstadt, in der die Musik eine wichtige Rolle spielt und die auch der Schauplatz dieser Geschichte ist, aufgewachsen. Alles ist so filmisch, mit Schnitt-Gegenschnitt - Verfahren und staendig angekuendigten Szenenwechseln, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, eben wie ein Episodenfilm.


Es ist also eine Episodengeschichte, das heisst, wir haben fuenf Hauptfiguren, die in einem inneren Zusammenhalt zueinander stehen, wie das bei Episodengeschichten ueblich ist. Doch das Wesen dieser Geschichte ist, dass wir wechselweise die Perspektive der einen Figur einnehmen und dann das Geschehen mit den Augen dieser Figur erleben. Es sind fuenf so unterschiedliche Figuren, wie sie nur sein koennen. Der Zusammenhalt dieser fuenf Figuren resultiert auch daraus, dass sie so ausserordentlich kompromisslos zu Werke gehen, obwohl sie eigentlich nur Musik machen wollen.

Es sind fuenf schrille, schraege Aussenseiterfiguren, eine absurde Figur nach der naechsten, auch behaftet mit vielen Klischeevorstellungen, aber trotzdem in der Massierung funktionieren sie eigentlich und bilden ein sehr witziges "Quintett Infernale".

Zu dieser etwas anderen Castingband gehoeren folgende Figuren, die sich auf eine musikalische Achterbahnfahrt begeben:
Da ist zum Beispiel der philosophierende Afroamerikaner Luster, der unter Groessenwahn leidet und das im besten Sinne, weil ein Kuenstler darunter leiden muss, sonst kann er gleich einpacken. Er stellt sich, wie alle andern auch, gegen das Mittelmass, er will auch keine faulen Kompromisse eingehen. Er hat nicht nur grosse Phantasien, wie er die Welt veraendern moechte, sondern er moechte auch das beste Buch der Welt schreiben. Er ist uebrigens Drogenfrei High und Saenger in der Band.

Dann ist da die bildhuebsche, neunzehnjaehrige Aurora, eine Satanistin die im Rollstuhl an den Drums sitzt. Diese schoene Aurora hat einen Vater der vermutlich ein klerikaler Fundamentalist ist, der aber wahnsinnig viel Geld hat. Wir erfahren spaeter, warum sie eine Rollstuhlfahrerin ist.

Es gibt ferner die 80-jaehrige Altersheiminsassin Opal, die sich als Sex geiles, super sympathisches Monster outet.

Zur Band gehoert ausserdem eine 8-jaehrige Goere am Bass, leicht gewalttaetig, schwer erziehbar, die alles andere sein will als suess. Kein Wunder, dass dieses Kind schwer erziehbar ist. Die Eltern, der Vater ein reicher Anwalt und die koksende Mutter, interessieren sich ueberhaupt fuer das Kind.

Komplettiert wird das Quintett durch den irakischen Ex-Soldaten Ray am Keybord. Er ist auf der Suche nach dem Amerikaner den er im Krieg verwundet hat.

Der Autor nimmt diese fuenf schraegen Typen und schreibt irgendwelche verrueckten Geschichten in einer unglaublich schnoddrigen, rueden, harten Jugendsprache mit zum Teil recht obszoenen Ausdruecken. Es ist einerseits ein Partyroman in dem die Typen ganz schoen schrill drauf sind, andererseits ist es eine Mischung aus Kulturkritik und Hippie Botschaft und obwohl es dabei zahlreiche Popelemente gibt, ist es doch keine Popliteratur. Es sind sehr viele Signale eingebaut, um eine kaputte Kultur zu signalisieren. Diese Typen wollen sich alle von dieser crashigen amerikanischen Konsumkultur befreien. Es steckt also etwas sehr Konservatives, Ernstes dahinter. Eigentlich wollen sie ja alle nur in Ruhe, Frieden und Liebe, in Peace und Love, miteinander leben. Es gibt immer wieder die Botschaft, es soll rocken, die Welt soll verwandelt werden, sie soll in Schwingung kommen, sie soll zu einem Ort werden, an dem man friedlich und gut miteinander leben kann.

So geben sie dann schliesslich das grosse Konzert ihres Lebens, provozieren das Publikum staendig. Das Konzert wird dann aus bestimmten Gruenden abgebrochen.

Es gibt zwei Utopien in dem Buch. Die eine ist der Rock, es muss rocken, damit wir merken, dass wir lebendig sind und damit wir ein tieferes Lebensgefuehl erhalten. Die andere ist die Familie, denn die vereinsamten Typen leben ja eine gewisse Zeit miteinander unter einem Dach und merken zum ersten Mal das Gefuehl das sie zu jemand gehoeren.

Es ist im Grunde auch ein sehr starkes Sehnsuchtsbuch, nach einer Welt in der sie nicht leben und in der sie gerne leben moechten. Sie trauen sich authentisch zu sein, weil sie sich sagen, wir leben so wie so am Rande der Gesellschaft, sind extreme Typen, dann koennen wir auch zum Erreichen unserer Ziele noch weiter gehen, muessen in Kauf nehmen ausgelacht zu werden. Das ist die Kernbotschaft dieses Romans; stell dich, lass dich auslachen, wenn es das ist woran du glaubst, dann macht das doch auch nichts aus.

Im Feulliton kann man die unterschiedlichsten Meinungen zu diesem Buch finden.