Schweigeminute | 
vergrössern | Autor: Siegfried Lenz Urheber: Siegfried Lenz Verleger: Hoffmann und Campe
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Bewertung: 28 Rezensionen Verkaufsrang: 218
Medium: Gebundene Ausgabe Seiten: 128 Versandgewicht: 0.6 Maße (innen): 8 x 5.1 x 0.7
ISBN: 3455042848 EAN: 9783455042849 ASIN: 3455042848
Publikation: Mai 5, 2008 Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
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Ein Meister seines Faches !!! September 24, 2008 Sina Gerritsen 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Marcel Reich-Ranicki sagte, vielleicht sein bestes Buch, dieser Satz hat mich zum Kauf bewogen, nachdem ich von dem Roman "Fundbuero" vor einigen Jahren nicht so begeistert war, da mir dieser doch ein wenig zu "betulich" daher kam. Umso neugieriger war ich jetzt also auf "Schweigeminute". Nachdem ich das Buch heute morgen ausgelesen habe, ich hatte mir mit der Lektuere ganz bewusst ein wenig Zeit gelassen, bin ich der Meinung, dass diese Geschichte eindeutig besser ist als seinerzeit "Fundbuero", schon allein deshalb, weil das Thema "Liebe und Tod" ein immer aktuelles ist. Die Liebe eines Schuelers zu seiner Englischlehrerin wird in dieser Novelle von Siegfried Lenz in seiner bekannt ruhigen Art erzaehlt. Man muss Siegfried Lenz' Erzaehlweise u. sein Erzaehltempo schon moegen, sonst wird man sicherlich enttaeuscht sein ueber das Buch. Gerade in der Unaufgeregtheit seiner klaren u. praezisen Erzaehlweise liegt die Kraft des Autors u. der Geschichte. Ich moechte an dieser Stelle nicht mehr ueber die Handlung verraten, da es sich ohnehin nur um ein schmales Baendchen handelt. Siegfried Lenz ist mit dieser Novelle eine eindringliche Geschichte ueber den Zauber des Augenblicks u. die Vergaenglichkeit gelungen die wirklich beruehrt. Wer das als "langweilig" bezeichnet hat leider nichts begriffen u. wird sicherlich auch Autoren wie Exupery noch als langweilig bezeichnen, wenn Sie verstehen was ich meine. Siegfried Lenz ist einer unserer groessten Schriftsteller der Nachkriegsgeschichte u. Erzaehlungen aus seiner Feder beduerfen keiner weiteren Erklaerung, da sie aus sich selbst heraus Erklaerung genug sind. "Schweigeminute" geht zu Herzen u. wirkt noch eine ganze Zeit nach, so wie es auch sein soll.
Der Steinefischer September 22, 2008 Uwe Ditzen (Zuerich) 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Siegfried Lenz, der oft leicht unterschaetzte Erzaehler hat mit diesem Alterswerk ein sehr poetisches Werk vorgelegt, das vielleicht zu seinen besten Buechern zaehlt. Er benutzt hierbei die Ich Form des Erzaehlers und laesst den Leser einigermassen ergriffen zurueck. Man spuert geradezu die salzige Luft und die scheue Liebe dieser beiden ungleichen Menschen. Poesie verbietet fast eine klarerer Beschreibung der Protagonisten, doch die geliebte Frau wird sehr klar dem Leser vor Augen gefuehrt. Der junge Mann bleibt dagegen sehr blass als Mensch, auch wenn seine Liebe ergreifend deutlich wird.
Ein wirklich schoenes Buch September 15, 2008 Niccoman 2 aus 2 fanden die folgende Rezension hilfreich
Inhaltlich ist ja fast alles ist zur "Schweigeminute" schon von meinen Vorrezensenten gesagt worden. Ich kann den positiven Meinungen nur zustimmen. Ein wirklich schoenes Buch - vor allem fuer diejenigen, die eigentlich zu wenig Zeit zum Lesen "grosser" Romane haben. Hier ist einer. Im Kleinformat, herrlich schoen, intelligent und lehrreich.
Ein kleines Meisterwerk von feinsinniger Schoenheit! August 12, 2008 Tanja Schroeder (Lage) 4 aus 5 fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Geschichte passiert vor einiger Zeit im Sommer in einem kleinen Kuestenort in Deutschland. Die attraktive und sympathische Stella arbeitet als Englischlehrerin an einem Gymnasium. Sie wird von ihren Schuelern verehrt und bewundert. Der 18-jaehrige Christian und Stella kommen sich naeher und verlieben sich. Im Geheimen verleben sie eine kurze, gemeinsame Zeit. Waehrend Christian schon Zukunftsplaene schmiedet, geschieht ein Unfall. Die Gedenkfeier fuer Stella ist der Ausgangspunkt dieser Geschichte. Christian, der muehsam versucht, seine Gefuehle unter Kontrolle zu bekommen, laesst die Zeit mit Stella Revue passieren. Die Unsterblichkeit dieser unmoeglichen" Liebe, die wahrscheinlich sonst keine Zukunft gehabt haette, wird ihn fuer immer veraendern. Siegfried Lenz schreibt ueber diese Liebe poetisch und feinsinnig. Man lehnt sich zurueck und geniesst es, auf so wunderbare Weise daran teilzuhaben. Es gibt keine pikanten Details oder voyeuristischen Einzelheiten. Es gibt nur" diese stille Schoenheit. Man ist von der ersten Seite an gefangen und bezaubert von der ruhigen Erzaehlweise. Fazit: Ein grosses Lob und ein Dankeschoen an den Autor fuer diese wunderbare Novelle!
Sommermaerchen an der Nordsee August 5, 2008 garrulus (Zuerich) 8 aus 10 fanden die folgende Rezension hilfreich
Als Alpenlaender fiel mir bei dieser Novelle zuerst die Naturschilderung des Meeres, des Strandes, des Dorfes etc. auf. Mit wenigen Worten, kurz und praegnant skizziert Lenz die Kulisse seiner Geschichte, so dass man zuweilen meint, das Meer und den Seetang geradezu riechen zu koennen. Zeugt es von Mut, wenn der ueber 80-jaehrige Lenz eine Liebesgeschichte aus dem Blickwinkel eines 18-jaehrigen Schuelers schreibt? Jedenfalls beweist es Koennen! Nach den unsaeglichen "Feuchtgebieten" ist es wohltuend, eine solch zarte, subtil geschilderte Liebesgeschichte zwischen dem 18-jaehrigen Schueler Christian und seiner Englischlehrerin Stella vorgesetzt zu bekommen. Es geht zwischen den beiden wohl auch um Sex, zweifellos. Doch das bleibt ausgespart und der Phantasie des Lesers ueberlassen. Es werden keine Kopulationen geschildert, nichts da. Etwa das erotischste, was man erfaehrt, ist, dass Stella und Christian ein Kopfkissen miteinander teilen. Es ist eine sogenannte "unmoegliche" Liebe, obwohl man nicht zu wissen bekommt, wie alt die Lehrerin ueberhaupt ist. Sie duerfte selber eher noch jung sein, denn sie muss irgendwann im zweiten Weltkrieg geboren worden sein, nachdem ihr Vater, der Bordfunker, ueber England abgeschossen worden war. Wann dieser Liebessommer stattfindet, laesst uns Lenz auch nicht wissen. Aus der ganzen Szenerie, aus dem Familen- und Schulleben (Stellas Lieblingsschriftsteller ist Faulkner), muss sich zweifellos der Schluss aufdraengen, dass sie sich vermutlich in den sechziger Jahren abgespielt hat. Die Liebe, so zart und aufaufgeregt sie beginnt, endet ziemlich brutal, naemlich durch den Tod von Stella. Die Schweigeminute bei der Gedenkfeier ist der Anlass, wo Christian zurueckblickt und die ganze Geschichte ist so in der Retrospektive geschildert. Intimitaet erzeugt Lenz unter anderem auch dadurch, dass er Christian die verstorbene Stella zuweilen mit Du anreden laesst, wobei das mitten in einem Satz wechseln kann. Es bleibt letztlich eine unerfuellte Liebe, denn sie endet, ehe sie recht begonnen hat. Und sie endet vor allem, ehe die beiden Liebenden ueberhaupt erst mit den Problemen, Unwegsamkeiten und Unmoeglichkeiten einer solchen Beziehung konfrontiert werden. Die wenigen Personen, die davon wissen oder auch nur etwas ahnen, reagieren mitfuehlend und verstaendnisvoll; moeglicherweise ein kleiner Schwachpunkt der Erzaehlung. Die Liebe bleibt unerfuellt, aber auch maerchenhaft.
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