Nichts als die Wahrheit | 
vergrössern | Regie: Roland Suso Richter Schauspieler: Kai Wiesinger, Goetz George, Karoline Eichhorn Studio: AVU
Kaufen Gebraucht: EUR 18,90
Gebraucht (7) Sammlerstück (2) ab EUR 18,90
Bewertung: 8 Rezensionen Verkaufsrang: 975
Format: Pal Sprache: Deutsch (Original Language) Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren Medium: Videokassette Laufzeit: 123 Minuten Versandgewicht: 0.6 Maße (innen): 7.6 x 5 x 1.2
EAN: 4011039313012 ASIN: B000050GS1
Freigabe-Datum: 1999 Veröffentlichung: November 16, 2000 Verfügbarkeit: Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
| |
| Ähnliche Artikel:
|
| Redaktionelle Rezensionen:
Aus der Amazon.de-Redaktion Ein gesellschaftliches Alptraumszenario. Der beruechtigte KZ-Arzt von Auschwitz, Dr. Josef Mengele, ist nicht -- wie es immer hiess -- 1979 in Brasilien gestorben, sondern lebt noch und kehrt nun freiwillig nach Deutschland zurueck. Er will vor Gericht gestellt werden und dann waehrend des Prozesses seine Wahrheit verkuenden. Aus dem "Todesengel von Auschwitz" ist ein alter Mann geworden, der kurz vor dem Ende seines Lebens Erloesung sucht, aber nicht durch Reue, sondern durch oeffentliche Anerkennung. Eine wirklich verstoerende und faszinierende Idee, die Roland Suso Richter, der zur Zeit zu den aufregendsten Erzaehlern und Kino-Stilisten unter den juengeren deutschen Regisseuren zaehlt, in Nichts als die Wahrheit in ihrer ganzen Konsequenz fuer uns und unseren Staat durchspielt. Sympathy for the Devil. So wie Goetz George ihn hier spielt, ist es fast unmoeglich, sich Mengele und seiner Ausstrahlung zu entziehen. Er manipuliert uns genauso wie den Staatsanwalt und seinen eigenen Rechtsanwalt Peter Rohm. Kai Wiesinger laesst Rohm ganz bewusst nur wenig individuelle Zuege, schliesslich ist er ein moderner Jedermann, einer, in dessen Ehrgeiz wir uns genauso wiederfinden koennen wie in seinen guten Absichten. So zurueckgenommen und kontrolliert wie als Dr. Mengele hat man Goetz George noch nie gesehen, selbst in Der Totmacher nicht. Man spuert noch in der kleinsten Szene, wie viel ihm diese Rolle und dieser Film, den er mitfinanziert hat, bedeutet. Mit Nichts als die Wahrheit naehert sich der deutsche Film zumindest in inszenatorischer Hinsicht dem internationalen Format, von dem er schon so lange traeumt. Auf eindrucksvolle Art verbindet Roland Suso Richter Elemente des klassischen Politthrillers mit denen des Kammerspiels zu einer intensiven Reise in die dunkelsten Regionen der Seele. Es gelingt ihm, mit den Mitteln des Unterhaltungskinos noch einmal die Frage aufzuwerfen, wie beinahe ein ganzes Volk seine Menschlichkeit verlieren konnte. Dabei geht es Suso Richter nicht um moralische Urteile, sondern nur um die Wahrheit ueber uns selbst. Das gibt Nichts als die Wahrheit eine Kraft und Intensitaet, die im deutschen Kino der letzten Jahre ihres gleichen sucht. --Sascha Westphal
|
| Kundenrezensionen: Gelesen 3 mehr Rezensionen...
Viel Laerm um nichts! August 29, 2008 Flavius (Hamburg) Was haette man aus diesem Stoff alles machen koennen! Hier muss man wirklich einmal konstatieren: Deutschland ist nicht Hollywood. Und dieser Film zeight, was herauskommt, wenn man versucht, den Stil grosser US-Gerichtsfilme zu imitieren. Ein paar Stars machen noch keinen guten Film. Und Goetz George spielt sowieso immer gleich. Dieses Stammeln, seine artifiziellen Lautstaerke- und Tempowechsel in Kombination mit dem beruehmten Kinderaugen-Blick wirken unter der die Mimik komplett verhuellenden Gummimaske, mit der er hier den greisen Mengele geben muss (WILL!) peinlich und lachhaft. Wiesinger ist zugegebenermassen in diesem Film nicht uebel, das Skript hat aber alles eine Numer zu gross aufgezogen und dann wieder eben doch nicht. Pompoese Musik, ein Kabinett um Erschuetterung heischender KZ-Geschichten steht einem bemueht ausgewogenem Katalog aktueller Sachfragen (Sterbehilfe, Demonstrationsrecht, Rechtsstatsprinzip) gegenueber, der in einem annerkennenswertem Pro-/Contra auf Sabine-Christiansen-Niveau abgearbeitet wird. Nur leider gelingt es in keiner Weise, eien befrioedigende erzaehlerische Wicht zu erreichen, die einen gefangen nehmen koennte und einen eintauchen liesse in das dilemma der verschiedenen Figuren. Und der grosse Scoop am Ende, von dem hier so viele schwaermen??? Vergessen Sie's! Wer da mit zu grosser Erwartung bis zum Ende dranbleibt, kann nur enttaescht werden. Fazit, ein Film, der Vieles will und wenig kann. Zu Recht ein Flop! Nicht wenige "Tatort"-Prduktionen vermoegen in kuerzerer Zeit ein Vielfaches an emotionaler Dichte und einem klaren Abbild unserer Gesellschaft zu vermitteln, als es "Nichts als dioe Wahrheit" hier zustande bringt.
Sakralisierung eines Nazi August 29, 2008 Ein Leser 1 aus 1 fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein hoechst unangenehmer Film, der Mengele mit suggestiven filmischen Mitteln zu einem charismatischen Monster hochstilisiert und dabei die historische Realitaet voellig verfehlt. Mengele wird zu einem faszinierenden Ausserirdischen gemacht, der wie ein exotisches Reptil in einem Glaskasten sitzt (voellig undenkbar in einem deutschen Gericht). Sakrale Chormusik hebt ihn zuweilen in den Rang eines "dunklen Gottes", vor dem die kleinen Menschen in einer Mischung aus Ekel und Faszination erschauern. So sieht kein alter Nazi aus und er spricht auch nicht mit einer rauchigen Machostimme wie aus einer Whiskywerbung. Hier wird der "Thrill" der NS-Zeit clever ausgebeutet, um eine grosse Filmoper a la Hollywood zu inszenieren, den deutschen Nachfolger von "Schweigen der Laemmer" oder so aehnlich ... ehrgeizig, bombastisch, schwuelstig, mit sentimentaler Musiksauce unterlegt, die dem Zuschauer vorschreibt, was er zu fuehlen hat. Der Film sollte ein Lehrstueck dafuer sein, dass man solchen Themen nicht mit Spielfilmen beikommen kann. Es gibt genug hervorragende Dokumentationen darueber, die genau und uneitel sind, die einem das Monstroese ohne Schminke und Soundtrack nahebringen und einen wirklich angesichts der Ungeheuerlichkeiten in den KZ's sprachlos machen.
Diese Sorte Film November 23, 2006 Dr. Alberts (Bremen) 7 aus 9 fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts als die Wahrheit ist einer der Filme, die deutsche Geschichte betrachten, und so erfolglos sind wie "Hoess" oder der ganz neue von Vilsmaier,"Der letzte Zug". Alles hervorragende Streifen, nachdenklich, aber sehen will das keiner. Wegschauen, generationenuebergreifend. Eine DVD gibt es von diesem Film natuerlich nicht. Zum Film selbst: Wenn ich mich auf die Haupthandlung beschraenke, spitzt Suso Richter den moralischen Konflikt so zu, dass einem der Atem stockt. Mengele vertritt, er habe doch eigentlich nichts Ungewoehnliches getan, so haetten alle gedacht und, er habe doch die ohnehin Todgeweihten vor dem sicheren fruehen Tod bewahrt. Das Erschreckende am ersten Teil der Aussage ist, das sie stimmt. Die Juden wurden nicht als gleichberechtigte Menschen angesehen, von einer grossen Zahl von Menschen, keinesfalls nur von einem national-sozialistischen Poebel und Menschenversuche wurden propagiert. Der zweite Teil der Aussage allerdings wird beklemmend wiederlegt, wenn die ueberlebenden Opfer auftreten und darlegen, dass es um Quaelerei ging und nicht um wissenschaftliche Versuche. Nicht umsonst wird Mengele da ohnmaechtig. Die Verquickung zur Jetztzeit ist eigentlich ueberfluessig,gibt dem Film einen gewissen Zeigefinger, den er gar nicht braucht. Das Thema als solches: wie wird das Schreckliche aufgearbeitet, wuerde voellig ausreichen. Leider haben diese Filme in Deutschland kein gutes Standing. Wenn sie ueberhaupt im Kino erscheinen, sind sie nach kuerzester Zeit wieder verschwunden. Niemand will sich damit beschaeftigen. Es ist gut, dass es Schindlers Liste und den Pianisten von Polanski gibt, aber die deutschen Versuche, es zu benennen, damit wir uns im Anschauen konfrontieren,verdienten mehr Beachtung. Deswegen fuenf Sterne !
. Februar 16, 2004 9 aus 10 fanden die folgende Rezension hilfreich
Was sich in diesem Film fuer Abgruende zeigen, ist kaum in Worte zu fassen. Der Film reisst den Zuschauer von Anfang an mit; die unheimliche und beklemmende Atmosphaere, mit der sich der Zuschauer im Gerichtssaal konfrontiert sieht, ist unbeschreiblich. Josef Mengele (Goetz George) bleibt waehrend des ganzen Filmes ruhig und gelassen; er zeigt keine Reue, keinen Schmerz angesichts der zahlreichen Opfer, die waehrend des Prozesses aussagen. Ob nun wegen dieser oder einer anderen Tatsache - wie schon ein Rezensent vor mir gesagt hat: Nach diesem Film spricht man nicht. Ich jedenfalls konnte nicht, selbst wenn ich gewollt haette. Faszinierend aber ist doch, dass dieser Film, der ohne Zweifel ein Meisterwerk ist, hier nicht auf DVD angeboten wird; und als Video lediglich gebraucht. Warum?Falls meine Worte irgendwie zu durcheinander oder aehnliches waren, moechte ich mich dafuer entschuldigen. 5 Sterne.
Nichts als Manipulation April 11, 2003 Andrea Gau (Potsdam) 9 aus 9 fanden die folgende Rezension hilfreich
Dies ist einer der faszinierendsten Filme, die ich jemals gesehen habe - ein Film ohne billige Effekthascherei und frei von jeglichem Ansatz das Thema zu verkitschen. Seine ruhige Erzaehlweise zieht zuerst in seinen Bann, laesst einen nicht mehr los, manipuliert Gefuehle und Verstand des Zuschauers und fuehrt uns in einer erschuetternden Schlussszene schonungslos vor Augen, wie verfuehrbar wir alle sind. Den letzten Satz dieses Films trug ich tagelang mit mir herum. Bis dahin war es mir immer unerklaerlich, wie so etwas Schreckliches wie der Nationalsozialismus in einem Land mit denkenden Menschen passieren konnte - dieser Film gibt eine moegliche Antwort darauf und ist im Ganzen betrachtet nicht vorrangig ein Film ueber den Nationalsozialismus sondern eine erschuetternde Studie des menschlichen Geistes.
|
|
|