Kundenrezensionen:
Ist Bush reif fuer den elektrischen Stuhl? Juni 1, 2008 Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) 11 aus 17 fanden die folgende Rezension hilfreich
Vincent Bugliosi ist ein ehemaliger Staatanwalt aus Los Angeles, der in seiner Karriere ueber 100 zum Teil spektakulaere Mordprozesse durchgefuehrt und gewonnen hat. Bugliosi hat jetzt zu seinem ultimativen Schlag ausgeholt - und das Beweismaterial fuer eine Mordanklage gegen Bush in einem Buch zusammengefasst. Die Erfolgsaussichten sind nach Meinung des Autors exzellent. Hauptanklagepunkt sind die Propagandaluegen, mit denen Bush den Irak-Krieg 2003 gestartet hat und hier fuer bislang fast 5000 tote US-Soldaten und ueber 100.000 tote Iraker verantwortlich ist (und das sind nur die offiziellen Zahlen. Die inoffiziellen sind 10x hoeher). Bugliosi fuehrt zum Beispiel eine CIA-Analyse fuer Bush von Oktober 2002 an, die eine Bedrohung Amerikas durch Massenvernichtungswaffen im Irak als sehr gering einschaetzt und Gefahren nur fuer dem Fall, wenn die USA Saddam Hussein angriffen. Nur Tage spaeter verkuendete Bush dem amerikanischen Volk ein ueberwaeltigendes Bedrohungsszenario, weshalb der Irak attackiert werden muesse - in vollem Bewusstsein also das exakte Gegenteil. Bugliosi ist bereits in Rente, doch nach seiner Aussage kann nun jeder Staatsanwalt der USA Mordanklage erheben, wenn er sich traut. (Allerdings scheint er noch an ein funktionierendes Rechtssystem zu glauben. Bush hat ja 2000 schon die Wahl nach Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gegen Al Gore gewonnen, obwohl er nicht gewaehlt worden war.) Letztlich ist Bush nur Galleonsfigur eines imperialen Systems, dass seit ueber 100 Jahren praktisch durchgehend irgendwo auf der Welt Krieg fuehrt, Bedrohungsszenarien kuenstlich inszeniert, mit Terroranschlaegen Ausloeser selbst schafft, und diese Kriege dann mit einer mittlerweile ausgefeilten propagandistischen Maschinerie wie am Fliessband durchzieht. Diese zum Teil woertlich identischen Vorgehensweisen hat Norman Solomon in "War made easy" gut herausgearbeitet. Das Buch ist bei Amazon erhaeltlich, der m.E. (wegen der vielen Fernsehausschnitte) noch bessere Film bislang nur auf Google-Video. Fuer US-Praesidenten ist Krieg nicht die Ultima Ratio, sondern vorrangiges Ziel ihrer orwellschen Politik. In der Demokratie ist ihre Aufgabe, dem Volk die superteuren Dauerbombardements als 'Befreiung', 'friedenssichernde Massnahme', 'Antiterror', 'humane Hilfe' oder sonstwas zu verkaufen. Die gigantischen Gewinne des militaerisch-industriellen Komplexes - Krieg ist heute eines der eintraeglichsten Geschaefte ueberhaupt - hat Eugene Jarecki in "Why we fight" dokumentiert. Durch den Irak-Krieg beispielsweise werden zig Prozent des US-Steueraufkommens in ein paar private Taschen umgeleitet. Auch diese DVD ist bei Amazon leider noch nicht erhaeltlich.
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